Meine Energie
Pump it up: Wenn Wasser zu Strom wird
Zwei Speicherseen, eine Pumpturbine und ein Generator: Die Pumpspeicherkraftwerke hoch in den Bergen funktionieren wie eine Art riesige Batterie: Sie benützen überschüssigen Strom an sonnigen oder windigen Tagen dafür, Wasser aus dem unteren in das obere Becken zu pumpen. Wird dann wieder Strom im Netz gebraucht, fließt das Wasser durch Turbinen nach unten und wird dabei in Strom umgewandelt. Im unteren Becken wird es aufgefangen und bleibt so lange hier gespeichert, bis wieder Stromüberschuss herrscht: Dann beginnt der Kreislauf von Neuem.
Flexibel, effizient und zuverlässig
Die volle Leistung eines Pumpspeicherkraftwerks ist innerhalb von wenigen Minuten abrufbar. Daher werden diese Anlagen meist zur Deckung der Spitzenlast eingesetzt – zum Beispiel, wenn der Strombedarf plötzlich ansteigt oder wenn ein anderes Kraftwerk ausfällt. Ihr Wirkungsgrad ist dabei beachtlich: Von 100 kWh Pumpenergie werden 70 bis 85 kWh als Stom zurückgewonnen.Das macht Pumpspeicherkraftwerke zu den effizientesten großtechnischen Speicherlösungen.
Pumpspeicher für die Energiewende
Denn Strom lässt sich nur schwer effizient und in großen Mengen speichern. Ein funktionierendes Stromnetz ist aber darauf angewiesen, dass immer genauso viel Strom erzeugt wie verbraucht wird – und umgekehrt: dass der gerade erzeugte Strom auch zeitgleich genutzt wird. Seit immer mehr Strom aus Sonne und Wind produziert und ins Netz eingespeist wird, ist es auch immer wichtiger, diesen speichern zu können. Genau das schaffen die leistungsstarken Pumpspeicher in großem Ausmaß und tragen dadurch wesentlich dazu bei die Stromnetze zu stabilisieren. Das macht sie zu einer wesentlichen Komponente einer nachhaltigen Energiezukunft.
- 430 MW Leistung erzeugt das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck 2 in Kärnten
- 730 MW Leistung liefertdas stärkste Pumpspeicherkraftwerk von VERBUND: die Malta-Hauptstufe.
- Gesamtwirkungsgrad: 70 bis 85 %
Aufbau eines Pumpspeicherkraftwerks
- Oberbecken: Speichert das hochgepumpte Wasser.
- Druckstollen oder -leitung: Verbindet beide Becken.
- Pumpturbine: Kann je nach Bedarf Wasser pumpen oder Strom erzeugen.
- Generator und Transformator: Wandeln mechanische Energie in elektrischen Strom um.
- Unterbecken: Nimmt das abgeflossene Wasser wieder auf.
Speicher- oder Pumpspeicherkraftwerk?
Der Unterschied einfach erklärt: Ein Speicherkraftwerk verfügt über einen Stausee oder ein Speicherbecken. Wird Strom gebraucht, schießt das Wasser zu den Turbinen, die den Generator zur Stromerzeugung antreiben. Danach gelangt das Wasser in einen Fluss und folgt seinem natürlichen Lauf. Im Pumpspeicherkraftwerk kann dasselbe Wasser mehrfach genutzt werden. Es wird nach der Stromerzeugung im unteren See aufgefangen. Gibt es überschüssigen Strom aus Sonne oder Wind, wird dieser benützt, um dasselbe Wasser wieder nach oben zu pumpen.
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