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Arbeitslosigkeit im Jänner stark gestiegen

Die Zahl der Arbeitslosen im Jänner hat die 400.000er-Marke überschritten. Inklusive Schulungen waren in Österreich 402.692 Personen ohne Job. Das waren um 21.069 mehr als noch im Dezember und um 13,4 Prozent oder um 47.646 Betroffene mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der offenen Stellen sank im Jahresvergleich um 12,9 Prozent, die Beschäftigung um 1,2 Prozent auf 3,297 Mio. Beschäftigte.

Ohne Schulungen waren im Jänner 2010 323.651 Menschen arbeitslos, um 7,3 Prozent mehr als im Jänner 2009. Die Arbeitslosenquote nach österreichischer Definition betrug somit 8,9 Prozent und war um 0,7 Prozentpunkte höher, wie das Arbeitsministerium am Montag bekanntgab. Nach Eurostat-Berechnung beträgt die Arbeitslosenquote in Österreich 5,4 Prozent.

Sozialminister Hundstorfer begründet die angespannte Lage am Arbeitsmarkt "einerseits mit der fortdauernden Wirtschaftskrise und der zu schwachen Konjunktur, andererseits auch mit dem harten Winter". Für die bevorstehenden wärmeren Monate ist Hundstorfer optimistisch, denn rund 30 Prozent der Arbeitslosen haben eine Wiedereinstellungszusage.

Von Arbeitslosigkeit am stärksten betroffen war im Jänner der Bau. Fast 71.000 Bauarbeiter waren Ende Jänner ohne Job, um 8,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Dementsprechend wuchs die Männerarbeitslosigkeit mit 8,1 Prozent stärker als jene der Frauen (Plus 5,8 Prozent). Die Jugendarbeitslosigkeit ist um 4,1 Prozent höher als vor einem Jahr, bei den Älteren stieg die Arbeitslosigkeit um 9,9 Prozent.

In allen Bundesländern ging die Zahl der Jobsuchenden in die Höhe. Am stärksten stieg sie in Oberösterreich mit plus 18,5 Prozent, gefolgt von Vorarlberg (12,1 Prozent) und Niederösterreich (plus 10,2 Prozent).

Im europäischen Vergleich hat Österreich nach wie vor mit 5,4 Prozent die zweitniedrigste Arbeitslosenrate. Bei der Jugendarbeitslosigkeit liegt Österreich hinter den Niederlanden und Deutschland auf dem 3. Platz mit einer Quote von 12 Prozent.

AK-Präsident Tumpel forderte ein Arbeitsmarktpaket für ältere Beschäftigte. ÖGB-Arbeitsmarktsprecher und vida-Vorsitzender Kaske verlangt, "mehr Geld zur Absicherung bei Arbeitslosigkeit" und eine Sozialmilliarde zur "Finanzierung der Zukunftsjobs im Pflege- und Sozialbereich". FPÖ-Generalsekretär Kickl fordert die Regierung auf, die für 2011 vorgesehene Öffnung des Arbeitsmarkts "abzublasen".