ATX schließt Jahr 2012 deutlich im Plus

Wiener Börse

ATX schließt Jahr 2012 deutlich im Plus

Leitindex gewann 27 Prozent - Erste gewann fast 80 Prozent.

Das abgelaufene Börsejahr hat für die Wiener Börse nach einer ausgeprägten Berg- und Talfahrt doch noch einen ausgesprochen positiven Abschluss gefunden. Der Leitindex ATX, der die Kursentwicklungen der wichtigsten 20 börsenotierten Unternehmen abbildet, beendete das Jahr mit knapp 2.400 Punkten nur knapp unter dem Jahreshoch von 2.415 Punkten (Stand: Freitagmittag). Das Jahrestief lag bei 1.855 Punkten, die Bandbreite betrug also gut 30 Prozent.

Von ihren Blütezeiten ist die Wiener Börse trotzdem noch weit entfernt. Das momentane Niveau entspricht nicht einmal der Hälfte des bisherigen Allzeithochs von 4.972 Punkten vom 9. Juli 2007, also gut ein Jahr vor dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2008. Vor der Krise stand der Leitindex zuletzt vor acht Jahren im Jänner 2005 auf dem aktuellen Niveau.

Ein kurzer Rückblick: 2008, im ersten Krisenjahr mit der Lehman-Pleite, brach der ATX um 61 Prozent auf 1.751 Punkte ein. Der tiefste Stand seither wurde im März 2009 mit 1.412 Punkten erreicht. 2009 ergab sich dann trotzdem noch ein Plus von 43 Prozent. Auch 2010 hielt die Erholung mit einem Anstieg um 16 Prozent an. 2011 erfolgte dann ein neuerlicher Einbruch um 35 Prozent auf 1.892 Punkte.

Das Börsejahr 2012 stand auch in Wien ganz im Zeichen der Staatsschuldenproblematik und der weiteren Entwicklungen in der Eurozone. Nach einem vielversprechend Start - innerhalb von nur weniger Wochen kletterte der ATX auf 2.250 Punkte - erfolgt ein erster Einbruch auf gut 2.000 Punkte dem bis zur Jahresmitte ein weiterer auf 1.855 Punkte folgte. Ab Juli zeigte der Trend für die meisten ATX-Unternehmen - immer wieder unterbrochen von zwischenzeitlichen Korrekturen - eindeutig nach oben, ab Mitte November, als sich die Lage in der Eurozone stabilisierte, ging es dann auch in Wien steil bergauf.

Am meisten konnten die Anleger in diesem Jahr mit Aktien der Erste Group Bank verdienen, deren Kurs legte in diesem Jahr knapp 79 Prozent zu. RHI-Aktien stiegen um rund 64 Prozent, AMAG und Andritz legten jeweils um 53 Prozent zu. Auch die Raiffeisenbank International (RBI) kam an die 50 Prozent-Marke heran.

Eindeutiger und abgeschlagener Verlierer war die teilstaatliche Telekom Austria, deren Aktie 37,5 Prozent verlor. Auch der Baukonzern Strabag und der Verbund verloren jeweils rund 6 Prozent.

Börsen-Chefin Brigit Kuras sprach von einer "wirklich sensationellen" Entwicklung, mit der der ATX sogar den Frankfurter DAX geschlagen habe und auch deutlich vor dem Dow Jones der New Yorker Börse liege.

Das Interesse der privaten Anleger an Aktieninvestments fiel auch dieses Jahr aufgrund ihrer negativen Erfahrungen in den Krisenjahren sehr gering aus. Zum Jahresende griffen großteils institutionelle ausländische Investoren bei den österreichischen Unternehmen zu. Die monatlichen Umsätze hatten im Sommer den Tiefpunkt überwunden, für Dezember rechnet die Börse mit 2,2 Mrd. Euro.

Aktienexperten stufen die Wiener Börse speziell unter Renditegesichtspunkten infolge niedrigster Zinsen für Staatsanleihen weiterhin als attraktiv ein und erwarten auch im kommenden Jahr einen moderat positiven Trend. Auch die Ausrichtung auf Osteuropa sollte sich diesmal positiv auswirken. 2013 werde aber erneut kein stilles Jahr, wird gewarnt. Vor allem die weltweit ungelöste Staatsschuldenproblematik und viele andere ungelöste Probleme werden nach Meinung von Aktienexperten auch auf die Aktienmärkte durchschlagen. Auch mit größeren Rückschlägen müsse gerechnet werden.

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