AUA kürzt Flugangebot

Die schwer angeschlagene AUA hat im Juni und im ganzen ersten Halbjahr 2009 weitere deutliche Passagierrückgänge verbucht. Wegen der verschärften Krise in der Luftfahrt waren die Flugkapazitäten schon deutlich zurück genommen worden. Die Auslastung der AUA-Maschinen ging im Halbjahr auf 70,9 Prozent zurück. Unterdessen geht der Nervenkrieg rund um die AUA-Übernahme durch die Lufthansa weiter.

Im Monat Juni ist die Zahl der beförderten Passagiere bei der AUA im Jahresabstand um 13,7 Prozent auf 885.300 gesunken. Zum Vergleich: Im Mai hatte es einen Rückgang um fast 13 Prozent gegeben. Die AUA hat das Sitzplatzangebot bereits um insgesamt 12,4 Prozent im ersten Halbjahr gekürzt.

Die AUA-Chefs Peter Malanik und Andreas Bierwirth sind von der schlechten Verkehrsentwicklung der ersten sechs Monate nicht überrascht. Weil man das Angebot zeitgerecht an die schwache Nachfrage angepasst habe, sei die Auslastung bei 70,9 Prozent aber "relativ stabil" geblieben, so der Konzern.

Sollte der Verkauf an die Lufthansa fehlschlagen, wäre laut Vorstand eine teure Redimensionierung mit massiven Personalschnitten nötig (Staatszuschussbedarf: jenseits der Milliarde Euro) und dann gleich wieder ein neuer Anlauf für einen Verkauf, ein Prozedere von zumindest wieder einem Jahr. Air France soll angeblich wieder interessiert sein, aber auch für die Franzosen hat sich das wirtschaftliche Umfeld verschlechtert.

Finanzminister Pröll hofft, dass die Übernahme der AUA klappt. Ob er als Finanzminister die von der ÖIAG geforderte Milliarde Euro nachschießen könnte, um den maroden Staatsflieger auch im Fall einer gescheiterten Übernahme zu retten, wollte er am Mittwoch nicht sagen. "Ich gehe davon aus, dass die ÖIAG sich einen Plan B überlegt", so Pröll, "aber wir kämpfen für den Plan A."