Dudenhöffer: Bei Magna/Sberbank "weniger Risiken"

Experte: Opel weder mit GM noch mit RHJI profitabel

General Motors (GM) kann den Autobauer Opel nach Überzeugung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer nicht aus eigener Kraft zurück auf die Erfolgsspur lenken. "Das Geschäftsmodell Opel-GM birgt ein hohes Verlustrisiko", schreibt der Experte für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen in einer Analyse.

Opel könne unter dem Dach von GM kein profitables Unternehmen werden, weil der Zugang zu wichtigen Märkten versperrt bliebe. Dudenhöffer betonte, ein Verkauf an den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna und die russische Sberbank bedeute "deutlich weniger Risiko" und biete "zusätzliches Profitpotenzial".

Nach den Worten des Branchenkenners blieben Opel als 100-prozentiger GM-Tochter die Märkte in Amerika und China verschlossen, da der US-Konzern dort selbst tätig ist. Aus politischen Gründen könne Opel zudem der Zugang zum wichtigen Markt Russland versperrt werden: "Das Risiko, dass sich (der russische Ministerpräsident Wladimir) Putin bei einem Nicht-Verkauf an Magna arglistig getäuscht fühlt, ist groß. Ein arglistig getäuschter Putin wird GM und Opel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unüberwindbare Hürden in Russland in den Weg legen."

GM würde sich deshalb mit Opel ausschließlich im gesättigten Markt Europa bewegen, der durch harten Verdrängungswettbewerb und schlechte Margen charakterisiert werde. "In der Opel-GM-Verbindung wird Opel damit auf einen einzigen Markt zurückgedrängt und kann damit nicht profitabel sein", betonte Dudenhöffer. Dasselbe gelte bei einem Einstieg des Finanzinvestors RHJ International, der in großem Umfang Investitionen streichen wolle, um die Kosten zu senken.