Luftraumsperre: 77 % gegen Geld für Airlines

Vulkanasche

Luftraumsperre: 77 % gegen Geld für Airlines

77 % der Österreicher lehnen eine staatliche Unterstützung von Airlines, die durch die Sperre des Luftraums ins Trudeln gekommen sind, ab.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts "market", deren Ergebnisse am Montag veröffentlicht worden sind. Vor allem ältere Leute und Männer sind der Ansicht, dass die Regierung derartigen Wünschen gegenüber hart bleiben sollte.

Die Sperre des österreichischen Luftraums wurde am 16. April verhängt. "market" befragte am 21. und 22. April online 501 für die Bevölkerung über 15 Jahre repräsentative Personen.

Nur 23 % davon finden, dass die Fluglinien Geld vom Staat bekommen sollten. Während 30 % der Frauen finanzielle Hilfe befürworten, sind es bei den Männern nur 15 %. Auch zwischen den Altersgruppen gibt es ein deutliches Gefälle: 30 % der Unter-30-Jährigen, aber nur 15 % der Über-50-Jährigen wollen für vulkangeschädigte Airlines zahlen.

Kallas spricht von Schäden bis 2,5 Mrd. Euro

[27.4] EU-Verkehrskommissar Siim Kallas hat die Verluste für den Flugverkehr angesichts der Auswirkungen der Vulkanasche auf "1,5 bis 2,5 Mrd. Euro" geschätzt. In diesen Kosten seien auch Folgeschäden enthalten, trotzdem mahnte Kallas am Dienstag in Brüssel zu "Vorsicht".

Die Schätzungen stünden teilweise auf "wackeligem Grund". Berücksichtigt seien auch jene Zahlen, die die Reiseveranstalter geliefert hätten und nicht nur die die Verluste für die verschiedenen Luftlinien "in engerem Sinn".

Angesprochen auf allfällige Staatshilfen verwies Callas darauf dass dies in erster Linie in den Händen der einzelnen EU-Staaten liege. Die Kommission nehme dann eine Evaluierung solcher Anfragen um Staatsbeihilfe vor. Dabei werde man "sicherstellen, dass das fair gestaltet" werde. Es handle sich nicht um einen "Zauberstab", es würden "nicht Säcke voller Geld darauf warten, ausgegeben zu werden", so der Kommissar.

Airlines prüfen Schadenersatzforderung

[27.4.] Nach den Fluggesellschaften Lufthansa, Air Berlin und Austrian Airlines erwägt nun auch der britische Billigflieger Easyjet auf Schadenersatz wegen des tagelangen Flugverbots aufgrund der isländischen Vulkanaschewolke zu klagen. "Wir werden uns das sehr genau überlegen", sagte Easyjet-Sprecher Oliver Aust der "Berliner Zeitung" vom Dienstag. Er gab jedoch zu bedenken, dass solche Schadenersatzzahlungen auch problematisch sein könnten: "Es könnte europaweit zu Wettbewerbsverzerrungen kommen, wenn einige Airlines Schadenersatz erhalten und andere nicht", sagte Aust.

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte der Zeitung zum Thema Schadenersatzklage: "Es ist unsere kaufmännische Pflicht, so etwas zu prüfen." Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber werde sich zu dem Thema auf der Hauptversammlung an diesem Donnerstag in Berlin detailliert äußern. Mayrhuber werde auch den genauen Schaden beziffern, der der Lufthansa durch das Flugverbot entstanden sei. Das Unternehmen behalte sich Regressansprüche vor, so die Sprecherin.

Auch Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin will Forderungen auf Schadenersatz nicht ausschließen: "Wir machen derzeit einen Kassensturz und ermitteln, wie viel uns das Flugverbot gekostet hat. Dann werden wir entscheiden, wie wir weiter vorgehen", sagte eine Air-Berlin-Sprecherin.