Opel-Interessent RHJ mit Milliardenverlust

Die weltweite Autokrise hat dem Opel-Interessenten RHJ International einen Milliardenverlust eingebrockt. Der Fehlbetrag habe sich im Geschäftsjahr 2008/09 bis Ende März auf eine Milliarde von 467 Mio. Euro ein Jahr zuvor mehr als verdoppelt, teilte der belgische Ableger des US-Finanzinvestors Ripplewood mit. Der Wert des Beteiligungsportfolios sei innerhalb eines Jahres um 43 Prozent auf 912 Mio. Euro geschrumpft. Die Automobilbeteiligungen hätten die Folgen der rapiden Produktionsrückgänge zu spüren bekommen.

RHJ-Chef Leonhard Fischer erklärte, die in Brüssel ansässige und börsennotierte Beteiligungsgesellschaft wolle künftig mehr in die Finanzbranche investieren. RHJ habe Ende März flüssige Mittel von 541,8 Mio. Euro zur Verfügung gehabt. "Unsere Cash-Position ist weiterhin unsere Stärke. Wir prüfen neue Anlage-Chancen und eine Expansion auf neue strategische Felder, zu den auch - aber nicht nur - die Finanzdienstleister in Europa zählen", sagte der ehemalige Investmentbanking-Chef der Dresdner Bank.

Zum Interesse an Opel, das dessen amerikanischer Mutterkonzern General Motors bestätigt hatte, äußerte sich RHJ zunächst nicht. Fischer machte die Krise in der Autoindustrie für den drastischen Wertverlust des Portfolios verantwortlich. Allein auf Firmenwerte wurden 940 Mio. Euro abgeschrieben. Den deutschen Autozulieferer Honsel musste RHJ im Mai teilweise an dessen Kreditgeber abgeben, weil er unter seiner Schuldenlast zusammenzubrechen drohte. RHJ ist auch an den japanischen Zulieferern Asahi Tec, Niles und U-Shin beteiligt.