Zuliefergeschäft bleibt von Opel-Engagement getrennt

Wolf: Magna wird nicht Opel

Magna-Chef Siegfried Wolf hat nach Kritik einiger Autobauer wegen der geplanten Opel-Übernahme beteuert, dass Magna für sie ein "absolut zuverlässiger Partner" bleiben werde. "Magna (...) wird nicht Opel. Sondern Magna wird weiterhin strikt das Zuliefergeschäft vom Engagement bei Opel trennen", sagte Wolf in einer Veranstaltung der Forschungsförderungsgesellschaft Österreich in Wien.

Tags davor hatten Magna-Kunden wie Volkswagen und BMW öffentlich gedroht, ihre Zusammenarbeit mit dem Zulieferer im Fall seines Einstiegs bei Opel überprüfen zu wollen. Sie drohten aus Angst vor dem Abfluss technologischen Wissens mit dem Abbruch der Geschäftsbeziehungen.

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech hatte etwa bei der IAA in Frankfurt erklärt: "Wir als Konzern mögen es nicht, wenn aus unseren Zulieferern unsere Konkurrenten werden." BMW-Finanzchef Friedrich Eichiner wiederum kündigte an, die enge Zusammenarbeit mit Magna überdenken zu wollen und künftig genauer zu prüfen, "welche Technologie wollen wir in die Hände eines Konkurrenten geben".

Magna produziert für BMW derzeit unter anderem den kleinen Geländewagen X3 und Komponenten. Die Produktion des X3 in Graz läuft 2010 aus. Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche hatte dagegen erklärt, dass es auch nach der geplanten Übernahme von Opel eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Magna geben werde. Die beiden Unternehmen arbeiten bei der Mercedes-Benz G-Klasse zusammen.

Kroes will genau prüfen

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes will die staatlichen Milliardenhilfen für den angeschlagenen Autobauer Opel genau durchleuchten. Es müsse sichergestellt werden, dass die Staatshilfen für Opel nicht politisch motiviert seien, sagte Kroes.

Die anderen Staaten mit Opel-Standorten in Europa fürchten, durch den Einfluss der deutschen Regierung auf den künftigen Eigner des deutschen Autokonzerns, den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna, benachteiligt zu werden. Die beiden Vertreter von Bund und Ländern in der Opel-Treuhand halten das Magna-Konzept für nicht wirtschaftlich und haben in der entscheidenden Abstimmung ihre Unterstützung dafür verweigert.

Kroes hat sich im Fall der Opel-Übernahme durch das Konsortium um den austro-kanadischen Zulieferer für einen "nachvollziehbaren Businessplan" ausgesprochen. Es dürfe nicht zu "irrationalen Überlegungen" kommen, erklärte Kroes in Brüssel.

Sie werde bei der Prüfung der Beihilfenfrage für Opel "objektiv und fair" in ihrer Arbeit vorgehen. Hier gelte es, die eigene Verantwortung zu tragen. "Staatliche Beihilfen müssen so eingesetzt werden, dass sie nicht mit politischen Zielen in Konflikt geraten", betonte sie.