Auer-Welsbach seit eineinhalb Wochen in U-Haft

Bis Ende September

AvW-Chef Auer-Welsbach bleibt in U-Haft

Die Verdunkelungs-und Tatbegehungsgefahr seien laut Landesgericht Klagenfurt weiter aufrecht.

Der Chef des pleitegegangenen Kärntner Finanzkonglomerats AvW, Wolfang Auer-Welsbach, bleibt bis Ende September in Untersuchungshaft, teilte das Landesgericht Klagenfurt nach der Haftprüfungsverhandlung am Montag mit. Die Verdunkelungs-und Tatbegehungsgefahr seien weiter aufrecht. Auer-Welsbach sitzt nun schon seit fast drei Monaten in U-Haft. Die Justiz ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts auf Betrug, Untreue und Steuerhinterziehung, es gilt die Unschuldsvermutung. Indes dürfte der Verwertungsprozess des AvW-Vermögens bald in die nächste Runde gehen. Allein die Immobilien sind 7,3 Mio. Euro wert, berichtet das "WirtschaftsBlatt" am Montag.

Insgesamt können die Masseverwalter Gerhard Brandl und Ernst Malleg laut Gutachten mit 7,75 Mio. Euro rechnen. Herzstück ist die 3.255 Quadratmeter große Seeliegenschaft am Wörthersee, die vom Sachverständigen mit 5,036 Mio. Euro bewertet worden sei. Widmungsmäßig gebe es für das Grundstück keine Einschränkung, das Interesse ist laut Malleg sehr hoch, schreibt die Zeitung. Heiß begehrt dürfte auch die Motorbootlizenz für den Wörthersee sein, die 250.000 Euro bringen könnte.

Dagegen werde das Motorboot der Marke Boesch von Auer-Welsbach lediglich mit 40.000 Euro bewertet. Laut Gutachter weise das Boot "keine Gebrauchsspuren" auf. Der Wert der Fahrzeuge der AvW Invest AG, darunter ein Mercedes CL 600 Coupe und ein Porsche Cayenne, werde mit 143.000 Euro beziffert.

Hinzu kommt das Aktienpaket der AvW, von dem aber ein Teil, nämlich 46,2 Mio. Euro, an die Grazer Capital Bank verpfändet ist. Nun sei mit der Bank vereinbart worden, dass die Papiere zuerst verwertet werden, erst dann soll geklärt werden, ob die Pfandrechte überhaupt greifen. Verkauft werde aber erst bei "entsprechenden Kursen". Die AvW hält unter anderem Anteile an RHI, S&T, C-Quadrat, Binder+Co und Hirsch Servo.

Malleg rechnet insgesamt mit bis zu 100 Mio. Euro, die dann den mehr als 12.000 Genussscheininhabern zugutekommen sollen. Den Verwertungsprozess wollen die Masseverwalter bis Mitte September abgeschlossen haben. Das Geld für die 100 Kilo schwere Goldmünze, die Ende Juni versteigert worden war und einen Erlös von 3,27 Mio. Euro brachte, ist vergangene Woche eingelangt.