EBIT von knapp 39 Mio. Euro

Conti weist im zweiten Quartal Gewinn aus

Der deutsche Autozulieferer Continental hat dank seines rigiden Sparkurses im zweiten Quartal einen kleinen Betriebsgewinn erzielt. Das EBIT lag bei 38,8 Mio. Euro, wie Conti mitteilte. Im Auftaktquartal hatte der von dem fränkischen Wälzlagerhersteller Schaeffler kontrollierte hannoversche Konzern einen Betriebsverlust von 165 Mio. Euro ausgewiesen.

Der Umsatz brach im zweiten Quartal wegen des Produktionsstopps während der Insolvenz des US-Autobauers Chrysler binnen Jahresfrist um fast ein Drittel auf 4,76 Mrd. Euro ein. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten war der Umsatz allerdings fast eine halbe Milliarde Euro höher.

Der hoch verschuldete Autozulieferer hielt nach eigenen Angaben die mit den Banken für das zweite Quartal vereinbarten Finanzkennzahlen (Covenants) ein. Conti habe trotz des schwierigen Marktumfelds und der Lähmung durch die unklare Zukunft seine operative Ziele erreicht, erklärte Konzernchef Karl-Thomas Neumann. Trotz einer leichten Markterholung gebe es aber noch keinen Grund zur Entwarnung. Seit Beginn der Absatzkrise der Automobilbranche im September 2008 baute Conti den Angaben zufolge weltweit rund 16.000 Arbeitsplätze ab.

Kuwaitis wollen einsteigen

Continental kann sich zudem Hoffnungen auf einen Einstieg von Investoren aus Kuwait machen. Kuwaitische Anleger hätten vor wenigen Tagen Kontakt mit Continental-Chef Karl-Thomas Neumann aufgenommen, berichtet die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf gut informierte Kreise. Der Kontakt befinde sich aber noch in einem frühen Stadium. Auch mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) sollen sich die Investoren bereits in Hannover getroffen haben, um die politische Machbarkeit eines Einstiegs bei Conti auszuloten. Ein Conti-Sprecher sagte dazu lediglich, dass Continental seine Kontakte zu potenziellen Investoren aufrecht hält.

Nach monatelanger Übernahmeschlacht wurde Continental Anfang des Jahres vom deutlich kleineren Wälzlagerhersteller Schaeffler übernommen. Beide Firmen, denen die Absatzflaute der Autoindustrie im Sog der Wirtschaftskrise zu schaffen macht, drückt eine hohe Schuldenlast. Ein Einstieg des Staatsfonds Kuwait Investment Authority etwa im Rahmen einer Kapitalerhöhung sei daher vorstellbar, berichtet das Magazin. Der Fonds ist seit Jahren mit 6,9 Prozent beim Autobauer Daimler engagiert. Am Bochumer Anlagenbauer GEA hält er rund acht Prozent. Dem Magazin zufolge sind die Banken im Umfeld von Continental und des Mutterkonzerns Schaeffler noch nicht in die Verhandlungen involviert.

Unterdessen verzögerte Conti laut "Focus" Zahlungen an Lieferanten, die in der zweiten Junihälfte fällig waren, bis Anfang Juli. "Wir haben uns deutlich stärker als sonst bemüht, Zahlungsziele zu optimieren", sagte ein Unternehmenssprecher dem Magazin. Ziel sei gewesen, wichtige Bilanzkennzahlen für die Banken zum Ende des zweiten Quartals zu erreichen. Auf diese Weise sicherte sich der Reifenhersteller laut "Focus" bis zu 100 Mio. Euro an liquiden Mitteln.