EU-Rettungsschirm für Athen zeigt Wirkung

Aufatmen in Athen: Die Hilfszusage der Euro-Gruppe und des Internationalen Währungsfonds hat Griechenland die lange erhoffte Verschnaufpause verschafft. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen sanken deutlich. Die Euro-Länder hoffen nun, dass der "Feuerlöscher" gar nicht erst eingesetzt werden muss, weil sich Griechenland wieder am Markt zu akzeptablen Konditionen mit frischem Geld versorgen kann.

Die Finanzminister der 16 Euro-Staaten hatten am Sonntag Volumen und Raten des Rettungsschirm festgelegt. Alleine in diesem Jahr stellen die Europartner bis zu 30 Mrd. Euro und der Währungsfonds (IWF) zusätzlich bis zu 15 Mrd. Euro bereit, sollte die griechische Regierung die Unterstützung einfordern. Österreich würde bis zu 858 Mio. Euro beisteuern, Deutschland springt mit maximal 8,4 Milliarden ein.

Das Volumen geht ebenso über die Erwartungen hinaus wie die Laufzeit: Dreijährige Anleihen der Eurostaaten sollen zu Zinssätzen von rund fünf Prozent bewilligt werden. In der vergangenen Woche war der Zins auf bis zu sieben Prozent in die Höhe geschossen. Für die IWF-Kredite müsste Griechenland etwas mehr als drei Prozent Zinsen zahlen. Sie sind also noch deutlich billiger. Wählen zwischen beiden Angeboten kann Athen nicht, wie die EU-Kommission bekräftigte: Die Unterstützung gibt es nur im Paket.

Nach dem Beschluss der Finanzminister der Euro-Länder vom Sonntag hätten sich die Märkte beruhigt, und es seien die Effekte eingetreten, die man sich erhofft habe, sagte der Sprecher des deutschen Finanzministeriums. Österreich benötigt kein neues Gesetz für die bilaterale Kredithilfe und kann das im Frühjahr 2009 beschlossene "Zahlungsbilanzstabilisierungsgesetz" in Anspruch nehmen. Für bis zu einer Milliarde Euro ist dabei 2010 budgetär vorgesorgt, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums der APA.