Fall Meinl: Beweise gefälscht?

Wirbel um Brief

Fall Meinl: Beweise gefälscht?

Die 100-Mio.-Kaution hat Julius Meinl immer noch nicht zurück.

Bald drei Jahre ist es her, dass Julius Meinl eine Rekord-Kaution von 100 Mio. Euro bezahlen musste, um nach seiner kurzfristigen Verhaftung wieder freizukommen. Seither hat sich zwar ergeben, dass schon der Haftbefehl auf falschen Tatsachen beruhte -aber die Kaution hat er noch immer nicht zurück. Im Zusammenhang eines Antrags auf Rückerstattung des Geldes hat sich nun ergeben, dass der zuständige Staatsanwalt offenbar mit gefälschten Unterlagen operiert.

"Plumpe Fälschung"
Die Staatsanwaltschaft begründet die Abweisung des Rückzahlungsantrags mit einem ihr vorliegenden Brief von Meinl an Peter Marxer von der Liechtensteiner Centrum Bank nach seiner Haftentlassung. In dem Schreiben bedankt Meinl sich für das Auslegen der 100 Mio., deren Erstattung von seinem eigenen Konto er veranlasst habe. Laut Staatsanwaltschaft zeige das, dass Meinl sich die hohe Kaution durchaus leisten könne. Der Haken ist nur, dass Meinl den Brief gar nicht geschrieben hat. "Dieses Schreiben ist eine plumpe Fälschung", sagt Meinl-Bank-Vorstand Peter Weinzierl. Schon das Schriftbild entspreche nicht dem der Bank, die angeführte Kontonummer existiere nicht. Meinl bestätigt, den Brief nie verfasst zu haben, ebenso bestätigt der Adressat, ihn nie erhalten zu haben.

Laut Staatsanwaltschaft wurde ihr der Brief anonym übermittelt. In Kenntnis gesetzt haben die Ermittler Meinl davon allerdings fast ein Jahr nicht. Die Meinl Bank hat Strafanzeige gegen unbekannt wegen Urkundenfälschung eingebracht.