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Europas Börsen etwas fester erwartet

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Die europäischen Aktienmärkte dürften am Donnerstag dank positiver Vorgaben mit Aufschlägen in den Handel starten. Der Future auf den europäischen Leitindex EuroStoxx 50 gewann gegen 8.25 Uhr 0,8 %. Den FTSE 100 taxierte Finspreads 0,6 % höher. Die Wall Street schloss am Vortag zwar uneinheitlich, der Dow-Future lag am Morgen aber 0,21 % über dem Niveau zum europäischen Handelsschluss vom Mittwoch. Der Nikkei-225-Index sprang in Tokio deutlich an.

Die angekündigte rasche Rückzahlung der Staatshilfen durch die Bank of America gebe positive Impulse, sagte ein Börsianer. Und das weiter an Bedeutung verlierende Thema Dubai werde von positiven Daten wie dem optimistisch eingefärbten Konjunkturbericht der US-Notenbank (Beige Book) in den Hintergrund gedrängt, ergänzte Marktanalyst James Hughes von CMC Markets. Das Hauptereignis bleibt aber Börsianern zufolge der große US-Arbeitsmarktbericht am Freitag und zuvor dürften sich Investoren eher zurückhalten. In den Fokus der Anleger rückt auch der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank an diesem Donnerstag.

Insgesamt könnten Finanzaktien angesichts der guten Nachrichten aus den USA zu den größten Gewinnern am europäischen Aktienmarkt zählen. Die krisengeschüttelte Bank of America will die von der US-Regierung geleisteten Finanzhilfen in Höhe von insgesamt 45 Mrd. Dollar noch in diesem Jahr zurückzahlen. Allerdings wurde auch bekannt, dass die britischen Banken einem Bericht der "Financial Times" zufolge die größte ausländische Gläubigergruppe des in Geldnöte geratenen Staatsfonds Dubai World sind.

Unter den Finanzwerten sollten die Anleger ferner die Papiere der UBS und die Titel von Fortis im Auge behalten. Die Schweizer Großbank verringerte ihren Anteil an dem niederländischen Konzern auf unter drei Prozent. Zudem könnte die kanadische Regierung die UBS verklagen, falls die Schweizer nicht Informationen über kanadische Anleger weitergeben, sagte ein Vertreter der kanadischen Regierung am späten Mittwochabend.

In der Autobranche bahnt sich eine weitere enge Allianz eines französischen und japanischen Autoherstellers an. PSA Peugeot Citroen und Mitsubishi Motors prüfen eine engere Zusammenarbeit und gegenseitige Finanzbeteiligungen. Dies sagte am Donnerstag ein Mitsubishi-Sprecher in Tokio und bestätigte damit teilweise einen zuvor erschienen Zeitungsbericht. PSA bestätigte in einer Mitteilung an Investoren ebenfalls die Verhandlungen. Die Meldung könnte Händlern zufolge auch andere Autowerte wie etwa Fiat oder Renault beflügeln.

Auch Aktien von Sanofi-Aventis dürften in Paris für Gesprächsstoff sorgen. Der Pharmakonzern warnte, dass sein Medikament Norpramin zur Behandlung von Depressionen nur mit extremer Sorgfalt an solche Patienten verschrieben werden sollte, die in der Vergangenheit unter bestimmten Herzproblemen gelitten hätten. Dies teilte die US-Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA mit. Darüber hinaus wollen der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca und das US-Biotech Targacept gemeinsam ein Antidepressiva-Medikament auf den Markt bringen.

Zudem ließ die Europäische Kommission das Produkt Onbrez des Schweizer Pharmakonzern Novartis zur Behandlung von chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) zu. In den USA muss Novartis dagegen weiter auf die Zulassung warten.

An der Börse in London rücken die Titel von British Airways in den Blick. Die Fluggesellschaft veröffentlicht ihre Verkehrszahlen für November. Ferner präsentierte die Baumarktkette Kingfisher einen Zwischenbericht zur Geschäftsentwicklung im dritten Quartal. Das Unternehmen übertraf mit seinem Gewinn die Markterwartungen. Die Aktien wurden vorbörslich bereits knapp zwei Prozent höher gehandelt.

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