Boersenbulle

Europas Börsen im Verlauf leicht im Minus

Nach einem freundlichen Start haben die meisten europäischen Indizes ins Minus gedreht. Vor der Veröffentlichung von Konjunkturdaten aus den USA zur Industrieproduktion und den Erzeugerpreisen herrsche eine gewisse Zurückhaltung, sagten Börsianer. Der deutsche ZEW-Konjunkturindikator fiel den Erwartungen entsprechend aus und brachte keine starken Impulse.

Nach Sektoren gerieten die Banken und die Telekomtitel im Euro-Stoxx-600 am stärksten unter Druck. Gartner sieht den Handymarkt 2010 um 9 % wachsen. Trotz des Aufschwungs seien die Zeiten mit Wachstumsraten von 20 % aber vorbei. Märkte wie Europa oder die USA seien gesättigt, das meiste Wachstum werde aus den Schwellenländern stammen. Vodafone gaben um 1,47 % auf 140,35 Pence nach.

Im Bankensektor belasteten Gerüchte, dass nach der Verstaatlichung der angeschlagenen österreichischen Bank Hypo Alpe Adria am Vortag nun auch die Österreichische Volksbanken AG in Schwierigkeiten stecken könnte. Möglicherweise droht dem gesamten österreichischen Bankensektor bis Ende 2011 ein Verlust von 20 Mrd. Euro, wie aus dem am Montag veröffentlichten Worst-Case-Szenario des Stresstests der OeNB hervorgeht. Besonders schwach zeigte sich die Aktie der Allied Irish Bank, die um 8,3 % auf 1,16 Euro nachgab.

Des Weiteren standen Analystenkommentare im Fokus. So kletterten ArcelorMittal an der Indexspitze um 1,65 % auf 29,02 Euro, nachdem die UBS die Titel des Stahlkonzerns von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft hatte. Die weltweiten Stahl-Exportpreise starteten eine Erholung und Preissteigerungen um bis zu 100 Dollar je Tonne seien möglich, so die Analysten.

Unterdessen verloren Enel nach einer Abstufung von Merrill Lynch von "Neutral" auf "Underperform" 1,41 % auf 4,03 Euro. Brit Insurance kletterten an die Spitze des "Footsie" mit einem Aufschlag von 3,48 % auf 187,3 Pence. Die UBS-Analysten haben ihre Anlageempfehlung von "neutral" auf "buy" hochgestuft.

Im Einzelhandelssektor fielen Hennes & Mauritz (H&M) nach Umsatzzahlen für November 1,29 Prozent auf 391,50 Kronen. Der schwedische Textilhändler hat mit einem Einbruch auf vergleichbarer Basis um 9,0 Prozent die Erwartungen der Analysten von im Schnitt minus 5,5 Prozent enttäuscht.