Europas Börsen schließen im Plus

Spanische Banken legen zu

Europas Börsen schließen im Plus

Vor Griechenland-Wahl: Hoffnung auf konzertierte Notenbank-Aktion stützt.

Am heutigen "Hexensabbat", dem großen Verfall an den Terminbörsen, haben die europäischen Aktienmärkte durchwegs mit Gewinnen geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 stieg bis zum Handelsende am Freitag um 1,54 Prozent auf 2.181,23 Einheiten an. Unterdurchschnittlich fielen die Zuwächse in Großbritannien, Spanien und in der Schweiz aus.

   Die Hoffnung auf ein gemeinschaftliches Einschreiten der weltweiten Notenbanken zur Abfederung von möglichen Turbulenzen an den Finanzmärkten infolge des Wahlausgangs in Athen habe die Aktienkurse dies- und jenseits des Atlantiks gestützt, sagten Marktbeobachter. Der am Wochenende anstehende zweite Wahlgang könnte über das Festhalten Griechenlands an seinem Sparprogramm, die daran geknüpften Hilfen von EU und IWF und sogar über den Verbleib des Landes in der Eurozone entscheiden.

   Auch schwache Signale von der US-Konjunkturdatenfront vermochten die Kauflaune der internationalen Anleger nicht zu trüben. Börsianer erklärten das mit dadurch gestiegenen Spekulationen auf weitere konjunkturstützende Maßnahmen durch die US-Notenbank Fed. Die Zahlen zum Empire-State-Index, der die Stimmung des Verarbeitenden Gewerbes im US-Bundesstaat New York misst, hatten ebenso enttäuscht wie jene zur Industrieproduktion und zum Michigan-Vertrauen.


   Im Spitzenfeld des Euro-Stoxx-50 korrigierten Nokia um 5,58 Prozent auf 1,93 Euro nach oben, nachdem die Aktie infolge einer Gewinnwarnung am Vortag knapp 18 Prozent eingebrochen war. Am Berichtstag folgten einige Kurszielsenkungen, die Ratingagentur Moody's stufte das Rating für den finnischen Handybauer gar auf Ramschniveau zurück.

   Eine Nachricht lag auch zum italienischen Energiekonzern Eni vor. Mit der Übernahme von 50,01 Prozent an der Firma Westgasinvest steigt das Unternehmen in das Schiefergas-Geschäft in der Ukraine ein. Die Schiefergas-Felder mit einer Gesamtfläche von 3,800 km2 liegen im westukrainischen Gebiet Lwow, wie Eni am Freitag mitteilte. Die Aktie ging mit einem Aufschlag von 1,18 Prozent auf 16,23 Euro aus dem Handel.

   Sektorentechnisch belegten zum Wochenschluss die Rohstoffwerte den Spitzenplatz. Gute Nachfrage gab es auch nach Versicherungs- und Versorgeraktien. Unterdurchschnittlich tendierten indes defensive Papiere wie solche aus dem Nahrungsmittel- und Telekombereich. So büßten etwa Danone um 0,42 Prozent auf 52,08 Euro ein, die spanische Telefonica-Aktie verbuchte ein Minus von 0,39 Prozent auf 9,891 Euro.

   Einbußen mussten einmal mehr auch spanische Bankwerte hinnehmen. Banco Santander verbilligten sich um 0,95 Prozent auf 4,921 Euro und BBVA gaben um 0,15 Prozent auf 5,2511 Euro nach. Die Papiere ihrer französischen bzw. italienischen Branchenkollegen Societe Generale und Intesa Sanpaolo verbuchten indes satte Aufschläge von 5,02 Prozent auf 17,78 Euro bzw. 3,62 Prozent auf 1,059 Euro. In Summe verbuchte der Banksektor - gemessen am entsprechenden Subindex im Euro-Stoxx-600 - Zuwächse um etwa zwei Prozent.

   Besonders deutlich fiel das Plus bei den Londoner Bankwerten aus. In einer Rede vor Londoner Bankiers hatte der Gouverneur der britischen Notenbank (BOE), Mervyn King, am Donnerstag eine koordinierte Aktion von Regierung und Zentralbank zur Ankurbelung der Kreditvergabe angekündigt. Royal Bank of Scotland gingen mit plus 7,93 Prozent auf 247,60 Pence als Tagessieger im Londoner "Footsie" hervor.