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Europas Börsen schließen tiefrot

Moody's verdarb die Stimmung mit der Ankündigung, möglicherweise das Kreditrating von Griechenland zu senken.

Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag tiefrot geschlossen und die größten Abschläge in knapp drei Wochen verbucht. Moody's verdarb die Stimmung mit der Ankündigung, möglicherweise das Kreditrating von Griechenland zu senken. Bereits am Vortag hatte S&P den Anlegern die Laune mit einer ähnlichen Ankündigung verdorben.

Am Nachmittag ließen die schwachen US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung und die in der Folge schwache Wall-Street-Eröffnung die Indizes nach unten rasseln. Die gesunkenen Rohstoffpreise drückten zusätzlich auf die Kurse.

Dementsprechend schwach zeigten sich im Euro-Stoxx-600 die Rohstoffhersteller: Sie verloren als schwächste Branche im Durchschnitt 3,54 %. Öl- und Bauunternehmen standen ebenfalls stark unter Druck mit einem Minus von 2,72 %. Gewinner gab es nach Sektoren keine. Die geringsten Verluste gab es bei den Telekom-und den Pharmawerten zu verzeichnen.

Papiere der France Telecom führten die kurze Gewinnerliste an und verbesserten sich um 0,98 % auf 17,010 Euro. Während das Geschäft in Westeuropa, besonders in Belgien, Afrika und dem Nahen Osten gut gelaufen war, hatte der Konzern in anderen Regionen unter dem Preisdruck und Gebührenabsenkungen von Regulierungsbehörden gelitten. Laut Stephane Beyazian, Analyst bei Raymond James Euro Equities, fielen die Zahlen etwas besser als von ihm erwartet aus.

Die europäischen Versorger rechnen nur mit einem geringen Gewinnwachstum im laufenden Jahr, da sich die Wirtschaftskrise negativ auf die Energienachfrage auswirken dürfte. RWE und GDF Suez verloren beide mehr als zwei Prozent. Rohstoffaktien wie Anglo American und BHP Billiton zählten wegen schwächerer Rohstoffpreise im Stoxx-50 zu den größten Verlierern.

Abgestoßen wurden auch Aktien von Ölunternehmen. Belastet durch die Dollar-Stärke war der Preis für das "schwarze Gold" gefallen. Die Titel von Repsol-YPF, BP, Royal Dutch Shell, BG Group, Tullow Oil, StatoilHydro und Total verloren zwischen 1,4 und 3,2 %.

Die Anleger mussten ferner eine wahre Flut von Zahlen verarbeiten. Dabei konnten speziell die Bilanzen der Credit Agricole (CA) und der Royal Bank of Scotland (RBS) überzeugen. Die Aktien der CA gehörten lange zu den Favoriten im europäischen Leitindex, rutschten dann aber mit dem Markt ins Minus und gaben schließlich nur um unterdurchschnittliche 0,19 % auf 10,500 Euro ab. Die französische Großbank erholt sich weiter von der Krise und ist gut ins neue Jahr gestartet. "Alle Bereiche haben sich zum Jahresbeginn gut entwickelt", teilte das Institut mit.

Aegon rundete das Bild der Finanzbranche ab. Die Aktien des niederländischen Versicherers legten nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen um 0,57 % auf 4,426 Euro zu. "Die Zahlen senden positive Signale aus und der Trend bei den Wertberichtigungen sieht besser aus als ich es erwartet hatte", sagte Joseph Dickerson, Analyst bei Execution, beispielsweise mit Blick auf die RBS. Aegon selber teilte auch mit, dass das Unternehmen derzeit nicht nach Übernahmezielen suche. Insbesondere interessiere es sich aktuell nicht für den Branchenkollegen ING. Dessen Aktien waren daraufhin der Verlierer im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Sie sackten um 5,99 % auf 6,355 Euro ab.

ATX -2,31 % I DAX -1,48 % I FT-SE-100 -1,21 % I CAC-40 -2,02 % I SPI -0,65 %
FTSE MIB -2,36 % I IBEX-35 -1,25 % I AEX -1,89 % I BEL-20 -1,36 % I SX Gesamt -0,59 %