Europas Börsen weiten die Verluste aus

Europas Börsen weiten die Verluste aus

Die Sorgen um die ausufernden Budgetdefizite in Griechenland sowie in den übrigen europäischen Problemfällen wie Spanien, Italien und Portugal belasten weiterhin. Zudem ist die Arbeitslosenquote in Spanien nach inoffiziellen Angaben erstmals seit 13 Jahren auf über 20 % gestiegen. Starken Verkaufsdruck zeigte eine Branchenbetrachtung der Finanzsektor.

Ein Händler begründete die Kursverluste der Deutschen-Bank-Aktie (-2,69 % auf 53,86 Euro) und die Reaktion am Gesamtmarkt mit Gewinnmitnahmen. "Der Markt hat in den letzten beiden Tagen einiges eingepreist, nachdem US-Banken in der letzten Woche überzeugende Zahlen präsentiert haben. Die guten Zahlen der Deutschen Bank konnten daher keinen mehr vom Hocker reißen", so der Experte.

Im Euro-Stoxx 50 verbilligten sich im Finanzbereich Banco Bilbao, BNP Paribas, Banco Santander, Credit Agricole, ING und Societe General um jeweils mehr als 3 % an Kurswert. In London sanken sich die Titel der Lloyds Banking Group um moderate 0,46 % auf 69,92 Pence. Die staatlich gestützte britische Großbank wird nach einem Gewinn in den ersten 3 Monaten für 2010 immer optimistischer und will sowohl im ersten Halbjahr als auch im Gesamtjahr einen operativen Gewinn erzielen. Das Institut habe es "deutlich früher als erwartet" aus den roten Zahlen geschafft, lobte ein Analyst.

Nach Zahlenpräsentation gewannen die Aktien von Imperial Tobacco 1,85 % auf 1.983 Pence. Der Tabakkonzern steigerte in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2009/10 trotz rückläufiger Zigarettenverkäufe Umsatz und Gewinn und erwartet in der zweiten Jahreshälfte eine weitere Erholung.

BP-Papiere verloren 1,36 % auf 618,30 Pence. Der britische Ölkonzern konnte zwar dank steigender Ölpreise im ersten Quartal seinen Gewinn mehr als verdoppeln und übertraf damit laut einem Cheuvreux-Analysten die Marktschätzung ebenso wie seine Erwartung. Allerdings stagnierte die Produktion und soll im Gesamtjahr trotz der Wirtschaftserholung leicht sinken. Zudem überschatteten wachsende Sorgen vor den Auswirkungen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die guten Zahlen.

Der niederländische Telekomkonzern KPN traf im 1. Quartal die Markterwartungen. Die Zahlen und die vom Unternehmen erwartete Verbesserung des internationalen Geschäfts ließen die Aktien um 1,18 % auf 11,155 Euro steigen.

Der norwegische Aluminiumproduzent Norsk Hydro konnte zum Jahresauftakt die Gewinnerwartungen des Marktes sogar schlagen und äußerte sich optimistisch zur Aluminium-Nachfrage, was die Anteilsscheine mit Kursgewinnen von 1,7 % auf 47,8 Norwegische Kronen honorierten.

Die Papiere von Daimler sanken trotz einer Prognose-Anhebung um 2,61 % auf 38,475 Euro. Am Markt wurden die Verluste der Daimler-Aktien vor allem auf Gewinnmitnahmen zurückgeführt. Nach bereits veröffentlichten überraschend guten Zahlen zum ersten Quartal schraubten die Stuttgarter nun das Ziel für das EBIT für das Gesamtjahr auf mehr als 4 Mrd. Euro nach oben.

Die MAN-Aktien bremsten gar um 4,07 % auf 69,45 Euro. Dabei hat der Nutzfahrzeugmarkt in der EU im März erstmals seit fast zwei Jahren wieder steigende Neuzulassungen verzeichnet. Ein Börsianer erklärte, die Aktie sei zuletzt überdurchschnittlich gestiegen, so dass Marktteilnehmer die aktuelle Marktschwäche dazu nutzten, einen Teil ihrer Gewinne zu "versilbern".