Europas Leitbörsen schließen fester

Volatiler Handesverlauf

Europas Leitbörsen schließen fester

Euro-Stoxx ging mit einem deutlichen Plus von 41,63 Einheiten oder 2,09% bei 2.036,64 Zähler aus dem Handel.

Die europäischen Leitbörsen haben am Dienstag nach einer Berg- und Talfahrt einheitlich in der Gewinnzone geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 konnte seine vorübergehenden Verluste abschütteln und ging mit einem deutlichen Plus von 41,63 Einheiten oder 2,09 Prozent bei 2.036,64 Zähler aus dem Handel. Am Vortag war der europäische Leitindex noch unter die 2.000-Punkte-Marke, auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren, abgerutscht.

Der Markt stand am Dienstag ganz im Zeichen der Schuldenkrise im Euroraum. Marktteilnehmer verwiesen aber auf eine Entkoppelung von fundamentalen Orientierungspunkten. Die Unsicherheit bei den Investoren sorge bei jeder kleinen Meldung für heftige Reaktionen, hieß es. Und an Meldungen und Gerüchten mangelte es bisher nicht. Zum Handelsstart hatten zunächst Spekulationen über Gesprächen zwischen China und Italien über den Ankauf italienischer Staatsanleihen die Märkte beflügelt.

Gerüchte, dass französischen Banken der Zugang zu den US-Kapitalmärkten verwehrt werden könnte drückte die Indizes wieder ins Minus. Erneuter Auftrieb kam anschließend durch Dementis der betroffenen Banken. Und schließlich brachten Aussagen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Hoffnungsschimmer, nachdem diese ihre Entschlossenheit bekräftigt hatte, den Euro zu verteidigen.

Am volatilsten präsentierten sich die französischen Bankenwerte, die angesichts ihres starken Engagements in griechischen und italienischen Staatsanleihen stark von den Sorgen einer sich ausweitenden Schuldenkrise belastet worden waren. Am Montag kamen zudem Gerüchte auf wonach die Ratingagentur Moody's noch diese Woche die französischen Banken herabstufen wird und auch das Gerücht über mutmaßliche Probleme bei der Beschaffung von Dollar-Liquidität sorgte für Belastung.

Nach teils deutlichen Verlusten setzten die Aktien der Geldinstitute aber zur Erholung an, nachdem die Banken selbst jegliche Finanzierungsprobleme dementierten hatten. Credit Agricole (plus 6,73 Prozent) und Societe Generale (plus 14,96 Prozent) erlebten im Späthandel folglich ein regelrechtes Kursfeuerwerk. Auch BNP Paribas konnten zulegen und verteuerten sich um deutliche 7,20 Prozent auf 28,00 Euro.

Weitere Branchengewinner waren die ebenfalls in den vergangenen Tagen schwer abgestraften Papiere von UniCredit (plus 7,43 Prozent) und Deutsche Bank (plus 8,15 Prozent). Und auch in London führten Bankenpapiere wie Royal Bank of Scotland (plus 5,34 Prozent) oder Lloyds Banking Group (plus 4,16 Prozent) den FT-SE-100 an.

Fester präsentierte sich auch der Autosektor, wo die jüngsten Absatzzahlen wichtiger Hersteller am Rande der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) für Aufmerksamkeit sorgten. So gehen Konzerne wie Volkswagen und BMW dank der anhaltend kräftigen Nachfrage aus Schwellenländern auch für die kommenden Monate von brummenden Geschäften aus. Vor diesem Hintergrund legten BMW um 2,06 Prozent auf 51,95 Euro zu, während sich Volkswagen um 1,03 Prozent auf 103,25 Euro verbesserten. Daimler verteuerten sich um 2,05 Prozent auf 32,43 Euro.

Unter den Einzelwerten rutschten unterdessen Cairn Energy um deutliche 8,16 Prozent auf 287,00 Pence ab und lagen damit am unteren Ende des "Footsie". Das schottische Ölunternehmen hat die im Rahmen des Gamma-1-Projekts durchgeführten Bohrungen vor der Westküste von Grönland aufgegeben.

Mit einem Plus von 3,93 Prozent auf 12,71 Euro gingen hingegen Philips aus dem Handel. Der niederländische Elektronikkonzern hat das Ziel seines Kostensenkungsprogramms um 300 Mio. Euro auf nun 800 Mio. Euro erhöht. Die Mittelfristziele beim Umsatzwachstum und bei der Rendite behielt die Konzernführung bei.