Wochenstart

Europas Leitbörsen schließen im Minus

Der Euro-Stoxx-50 fiel um 33,59 Einheiten oder 0,98 Prozent.

Die europäischen Leitbörsen sind am Dienstag dem Trend vom gestrigen Montag gefolgt und haben mit Verlusten geschlossen. Anleger dürften nach den satten Kursgewinnen der vergangenen Woche weiterhin Kasse gemacht haben. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 33,59 Einheiten oder 0,98 Prozent auf 3.381,01 Zähler.

Die heutigen Konjunkturdaten fielen eher enttäuschend aus. So ist die britische Wirtschaft im Sommer etwas schwächer als erwartet gewachsen. Auch liegt die Septemberzahl der Arbeitslosen in Frankreich 3,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Allerdings sank die Arbeitslosigkeit überraschend um 0,7 Prozent zum Vormonat.

Die US-Industrie hat im September den zweiten Monat in Folge spürbar weniger Aufträge an Land gezogen. Überraschend schwach ist indessen die Stimmung der Verbraucher im Oktober ausgefallen. Die Konjunkturdaten dürften die Zinswendeerwartung in den USA kaum beeinflusst haben. Schon am morgigen Mittwochabend mitteleuropäischer Zeit wird die US-Notenbank Fed ihre Zinsentscheidungen bekanntgeben. Anleger erhoffen sich Signale, ob die US-Währungshüter den Leitzins noch heuer anheben wollen oder bis nächstes Jahr warten.

Branchenseitig waren vor allem Versorger, Öl- und Gaswerte belastet. Die BASF-Titel bildeten mit einem satten Minus von 4,71 Prozent das Schlusslicht im Euro-Stoxx-50. Ein gesenkter Jahresausblick und durchwachsene Quartalszahlen drückten die Aktien des Chemiekonzerns. Auch E.ON, Eni und Total notierten im negativen Branchen-Fahrwasser zwischen 2 und knapp 4 Prozent tiefer.

Angesichts niedriger Öl- und Gaspreise sowie Entschädigungszahlungen für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hatte auch der britische Ölkonzern BP einen Gewinneinbruch verbucht. Der auf die Anteilseigner entfallende Profit stützte um 96 Prozent ab. Die BP-Aktien drehten im Tagesverlauf mit 1,14 Prozent ins Minus.

Kursverluste gab es auch bei den Pharmawerten. In London stiegen zwar die Titel von Shire PLC um 4,53 Prozent. Doch drehten die Anteilsscheine von GlaxoSmithKline um 0,11 Prozent ins Minus. Am morgigen Mittwoch gibt das Unternehmen seine Geschäftszahlen zum dritten Quartal bekannt. Auch die Papiere von Novartis verloren an der Schweizer Börse um 1,55 Prozent. Das operative Ergebnis sank um 18 Prozent auf 2,2 Milliarden US-Dollar.

Außerdem bescherte ein anhaltender Kundenansturm der amerikanischen Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US einen kräftigen Gewinnsprung. Die Aktien der Deutschen Telekom notierten in Frankfurt mit minus 0,94 Prozent.

Der Börsengang der weltweit viertgrößten Container-Reederei Hapag-Lloyd steht auf Messers Schneide. Zahlreiche Investoren hätten ihre Kauforders nach der Gewinnwarnung von Weltmarktführer A.P. Moeller-Maersk wieder storniert, sagten zwei Insider. Die beteiligten Investmentbanker wollen sich nun noch eine Woche Zeit nehmen, die Anleger noch umzustimmen.

Nach Börsenschluss geben noch Unibail-Rodamco ihre Umsätze für die vergangen neun Monate bekannt. Am morgigen Mittwoch setzen unter anderem Unternehmen wie Volkswagen, Deutsche Börse, Statoil und Saint-Gobain die Berichtsaison mit weiteren Quartalsergebnissen fort.