Frankfurter Börse

Automobilsektor legt zu

Europas Leitbörsen schließen im Plus

Erholung nach schwachem Wochenauftakt - Bankenbranche mit Zugewinnen.

Die europäischen Leitbörsen schlossen am Mittwoch nach einem volatilen Handelstag überwiegend im Plus. Damit konnten sie den herben Kursverlusten nach dem Bekanntwerden der griechischen Volksabstimmungspläne zu Wochenbeginn ein Ende setzen. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 32,16 Einheiten oder 1,42 % auf 2.291,89 Zähler an.

   Nach einem freundlichen Start in den Handelstag gab es um Mittag einen Dämpfer, als bekannt wurde, dass der Euro-Rettungsfonds EFSF die zuvor angekündigte Aufnahme von 3 Mrd. Euro zur Finanzierung des Hilfsprogramms für Irland verschiebt. Die seit langer Zeit geplante Ausgabe von Schuldscheinen werde in diesem Moment nicht stattfinden, sagte EFSF-Sprecher Christof Roche am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Als Begründung nannte er die verschlechterten Marktbedingungen.

   Stützend wirkten sich jedoch am Nachmittag die stark in den Handelstag gestarteten US-Börsen aus. Zuvor wurde bekannt, dass die US-Privatwirtschaft im Oktober mehr neue Stellen geschaffen hatte als erwartet. Entgegen der Prognosen von 91.000 neuen Jobs wurden 110.000 neue Stellen geschaffen. Ebenfalls mit Spannung erwartet wurde die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Entgegen dem Großteil der Ökonomen hatten manche Anleger auf eine neue Geldschwemme (QE3) durch die Fed gehofft. Nach Börsenschluss in Europa wurde bekannt, dass die Fed den Leitzins unverändert bei 0 bis 0,25 % belässt wird.

   In einem Branchenvergleich am Euro-Stoxx-50 lag der Automobilsektor mit einem Plus von 3,17 % an der Spitze, gefolgt von Versicherungen (plus 2,31 %) und Finanzdienstleistern (plus 2,13 %). Einzig der Nahrungsmittelsektor musste mit minus 0,22 % Verluste hinnehmen.

   Vor allem für den angezählten Bankensektor Europas war nach einer bislang schwachen Woche ein Tag der Erholung, er landete Zuwächse von 0,97 %. Unter dem Druck der Schuldenkrise waren die Werte der größten italienischen Banken an der Mailänder Börse am Dienstag auf ein Rekordtief gesunken. Die Kapitalisierung der fünf größten italienischen Geldhäuser war unter die Schwelle von 40 Mrd. Euro gefallen. Vor vier Jahren duellierten die Bank Austria-Mutter UniCredit und der Rivale Intesa SanPaolo noch um die Spitzenposition im Ranking der am stärksten kapitalisierten Banken. Ihre Kapitalisierung betrug damals noch 100 Mrd. Euro. Heute lagen UniCredit jedoch unangefochten an der Spitze des Euro-Stoxx-50, sie verteuerten sich um 7,34 % auf 0,79 Euro. Auch Intesa SanPaolo legten um 5,06 % auf 1,14 Euro zu.

   Während es auch für andere Geldinstitute wie Deutsche Bank (plus 2,63 % auf 28,66 Euro) oder BNP Paribas (plus 3,94 % auf 29,69 Euro) ein erfreulicher Handelstag war, landeten die spanischen Bankenwerte BBVA (minus 2,14 % auf 6,66 Euro) und Banco Santander (minus 1,34 % auf 5,80 Euro) am unteren Ende des Euro-Stoxx-50.

   Einen freundlichen Handelstag hatte auch der Lkw-Hersteller MAN - trotz schwacher Quartalszahlen. Obwohl die Lastwagenverkäufe gestiegen waren verdiente der Nutzfahrzeug- und Motorenhersteller weniger als vor einem Jahr. Das Ergebnis nach Steuern fiel mit 171 Mio. Euro um 9 Prozent niedriger aus. Jedoch wurden Gerüchte über eine Aufstockung des Volkswagen-Anteils am Lkw-Hersteller laut. Infolge stiegen Volkswagen um 6,00 % auf 127,20 Euro, MAN stiegen im Frankfurter DAX um 4,89 % auf 63,06 Euro.

   Im Blickpunkt stand nach Stellenkürzungen auch der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis. Das Unternehmen streicht seine deutsche Forschungs- und Entwicklungsabteilung weiter zusammen. Heute wurde bekanntgegeben, dass bis Ende kommenden Jahres 330 weitere Stellen wegfallen sollen. Sanofi notierten mit einem Plus von 0,50 % bei 49,87 Euro.