Europas Leitbörsen schließen leichter

Euro-Stoxx-50 -0,19%

Europas Leitbörsen schließen leichter

Banken sind stärkster Sektor - Vodafone stürzt ab.

Die europäischen Leitbörsen sind am Dienstag mehrheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verringerte sich um 5,97 Einheiten oder 0,19 Prozent auf 3.163,93 Zähler.

Europas wichtigste Aktienindizes haben etwas unter Kursverlusten bei Telekom- und Einzelhandelswerten gelitten. Zudem herrschte Datenflaute vonseiten der Konjunktur. Viele Anleger dürften auf neue Impulse und eine fokussierte Richtung des Marktes warten. Am morgigen Mittwoch werden die sogenannten Minutes der US-Notenbank (Fed) veröffentlicht, das Protokoll ihrer jüngsten Sitzung im April. Zudem hält Fed-Chefin Janet Yellen an diesem Tag eine Rede an der New Yorker Universität.

Bei den Einzelwerten präsentierten sich die Titel der Credit Suisse fester. Die zuletzt arg gebeutelten Aktien der Credit Suisse profitierten von der Einigung im US-Steuerstreit. Die Schweizer Großbank soll US-Bürgern bei der Steuerhinterziehung geholfen haben und muss deshalb 2,6 Milliarden Dollar Strafe zahlen. Um das seit Jahren laufende Verfahren zu beenden, räumte die Credit Suisse ihre Schuld ein.. Anleger reagierten erleichtert und die Credit Suisse Titel legten rund 1,00 Prozent auf 26,32 Schweizer Franken zu.


In der Affäre um Manipulationen wichtiger Zinssätze geht die EU-Kommission verstärkt gegen drei Großbanken vor. An die französische Credit Agricole, HSBC aus Großbritannien und das US-Institut JP Morgan seien Beschwerdepunkte übermittelt worden. Sollte die Aufsichtsbehörde feststellen, dass die Institute EU-Wettbewerbsrecht gebrochen haben, drohen ihnen Strafen von bis zu zehn Prozent ihrer jährlichen Einnahmen. Hintergrund sind Manipulationen bei der Feststellung von Referenz-Zinssätzen wie dem Libor oder dem Euribor.

Zusätzlich hat die deutsche Finanzaufsicht BaFin nicht ausgeschlossen, dass einzelne deutsche Banken beim Stresstest der Europäischen Zentralbank scheitern. Das bei dem Test unterstellte Krisenszenario könne "für einzelne Institute sehr anspruchsvoll" werden, warnte BaFin-Präsidentin Elke König auf der Jahrespressekonferenz. An dem Stresstest, den die EZB gemeinsam mit der EU-Bankenaufsicht EBA organisiert, nehmen 120 Institute in ganz Europa teil. Mit dem Test soll die Widerstandsfähigkeit der Geldhäuser im Krisenfall geprüft und so das Vertrauen in die Branche wieder gestärkt werden.

Trotzdem sind die Banken die heutigen Branchengewinner und notierten einheitlich im Plus. Die Aktien der Deutschen Bank stiegen leicht um 0,13 Prozent, BNP Paribas schlossen bei einem Plus von 1,93 Prozent, Sociéte Generale präsentierten sich mit plus 1,16 Prozent und Unicredit wuchsen um 0,78 Prozent.

Die italienischen Großbank Intesa Sanpaolo führt mit fast drei Prozent Plus den Euro-Stoxx-50 an. Die Bank hat das erste Quartal 2014 mit einem Gewinnwachstum von 64,4 Prozent auf 503 Millionen Euro gegenüber dem Vergleichsquartal 2013 abgeschlossen. Das ist das beste Resultat des Geldhauses in den letzten acht Quartalen.

Die Titel von Vodafone stürzten in London um 5,46 Prozent ab. Zwischenzeitlich hatten sie so tief notiert wie zuletzt im September. Der britische Telekomkonzern steht nach dem milliardenschweren Verkauf seiner US-Mobilfunkbeteiligung vor neuen Herausforderungen. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen damit, auch wegen hoher Investitionen operativ erneut weniger Geld zu verdienen.