Banken unter Druck

Europas Leitbörsen schließen mehrheitlich rot

Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 41,70 Einheiten oder 1,22 Prozent.

Europas Leitbörsen sind am Dienstag mit Ausnahme der Schweizer Börse einheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 41,70 Einheiten oder 1,22 Prozent auf 3.372,58 Zähler.

Die Schweizer Börse hielt sich im grünen Bereich. Der Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann ermöglicht wegen des starken Franken Kurzarbeit. Arbeitsausfälle werden von der Arbeitslosenversicherung entschädigt. Mit dieser Maßnahme will Schneider-Amman verhindern, dass Arbeitsplätze verloren gehen.

Die übrigen europäischen Leitbörsen wurden hingegen von mauen Geschäftszahlen und skeptischen Analystenstimmen gebremst. Gemischte Konjunkturdaten aus Übersee blieben ohne einschlägige Impulse. Die Wall Street sackte deutlich in den roten Bereich. Hier belasteten enttäuschende Geschäftszahlen von Microsoft und Caterpillar und der überraschende Rückgang der Aufträge für langlebige Güter in den USA.

Außerdem sorgte der Machtwechsel in Griechenland für negative Stimmung. Der vom neuen griechischen Ministerpräsident Alexis Tsipras geforderte Schuldenschnitt wurde zuletzt von den Euro-Partnern abgelehnt. Für einen Forderungsverzicht gegenüber Athen gebe es nicht viel Unterstützung sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem in Brüssel.

Deswegen blieben besonders Banken im Branchenvergleich unter Druck. Für die Titel der Commerzbank ging es um 2,21 Prozent runter, Deutsche-Bank-Papiere fielen um 3,39 Prozent. Auch Societe Generale (minus 2,30 Prozent) und Banco Santander (minus 1,66 Prozent) gehörten zu den Verlieren. Bereits am Vortag hatten Börsianer darauf hingewiesen, dass Finanzwerte am ehesten als Leidtragende des Wahlausgangs in Athen gesehen würden. Bei der Deutschen Bank richteten sich die Blicke zudem bereits auf das vorläufige Jahresergebnis für 2014, das am Donnerstag erwartet wird. Analysten fürchten im Schlussquartal abermals Verluste wegen teurer Rechtsstreitigkeiten.

Auch die Automobilbranche musste in Folge einer Branchenstudie von Goldman Sachs Verluste hinnehmen. So stufte die US-Investmentbank unter anderem die BMW-Aktie auf "Sell" ab. Die Verkaufsempfehlung sorgte dafür, dass das Papier um 3,09 Prozent fiel. Die Experten strichen zudem Daimler von ihrer Empfehlungsliste. Die Analysten von Exane BNP bliesen ins gleiche Horn und stuften die Aktien der Stuttgarter auf "Neutral" ab. Daimler-Papiere fielen knapp drei Prozent.

Bei weiteren Einzelwerten standen die Papiere von Siemens im Fokus. Siemens-Aktien büßten 2,63 Prozent ein. Ein kräftiger Rückgang bei den Gewinnbringern Kraftwerks- und Medizintechnik hat den Industriekonzern im abgelaufenen Quartal belastet. Angesichts des zuletzt starken Laufs der Papiere dürften einige Anleger wohl auf bessere Resultate gehofft haben, sagte ein Händler.

Noch deutlicher nach unten ging es nach Zahlen mit Philips-Aktien. Der vor der Aufspaltung stehende niederländische Elektronikkonzern kämpft mit großen Problemen. Nach einem Gewinneinbruch 2014 rechnet das Unternehmen auch heuer mit Schwierigkeiten. An der Börse in Amsterdam büßten Philips 5,86 Prozent ein und waren damit die größten Verlierer im Euro-Stoxx-50.