ATX Wiener Börse

Wiener Börse

Klares Minus für ATX

Der ATX fiel 28,41 Punkte oder 1,26 Prozent.

Die Wiener Börse hat am Dienstag klar im Minus geschlossen. Der ATX fiel 28,41 Punkte oder 1,26 Prozent auf 2.223,73 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 38 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.262 Punkten.

Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -1,95 Prozent, DAX/Frankfurt -1,74 Prozent, FTSE/London -0,58 Prozent und CAC-40/Paris -1,33 Prozent.

Der ATX war bereits bis Mittag deutlich in die Verlustzone gerutscht und konnte sein Minus wie die Mehrheit der europäischen Aktienbörsen bis zum Sitzungsende nicht mehr abschütteln. Börsianer begründeten die Verunsicherung der Anleger mit dem Gezerre rund um einen Schuldenschnitt für Griechenland nach dem hellenischen Machtwechsel, auch einige Konzernbilanzen enttäuschten. Am Nachmittag belasteten zudem schwach gestartete New Yorker Börsen.

Getrübt wurde der Aktienhandel vom überraschenden Rückgang der Aufträge für langlebige Güter in den USA. Diese sind von November auf Dezember exklusive des schwankungsanfälligen Transportsektors um 0,8 Prozent gefallen, während Analysten ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber erwartet hatten. Der Rückgang im November fiel mit 1,3 Prozent ebenfalls stärker aus als zunächst ermittelt. Das über den Prognosen ausgefallene US-Verbrauchervertrauen für Jänner konnte nichts an der negativen Stimmung der Investoren ändern.

An der Wiener Börse kommt unterdessen die Berichtssaison immer mehr in Schwung. So hat der steirische Leiterplattenhersteller AT&S seinen Gewinn in den ersten drei Quartalen im Geschäftsjahr 2014/15 kräftig gesteigert. Es gab ein Plus von 65,4 Prozent auf 50,3 Mio. Euro. Der Ausblick für das Gesamtjahr wird angehoben, der Umsatz sollte um 6 bis 7 Prozent auf 623 bis 633 Mio. Euro steigen. Aktien von AT&S legten nach deutlich höheren Verlaufsgewinnen 1,28 Prozent auf 11,05 Euro zu.

Ihre jüngste Talfahrt setzte die Aktie der Raiffeisen Bank International (RBI) fort, sie fiel im Verlauf auf ein neues Allzeittief bei 9,23 Euro und war zum Sitzungsende mit einem Minus von 6,32 Prozent auf 9,30 Euro wie an den beiden vorangegangenen Handelstagen bei hohem Volumen schwächster ATX-Wert. Das Management der Bank hat neuerlich aufgeflammte Gerüchte um einen Verkauf ihrer russischen Tochterbank zurückgewiesen. Davor war am Montag die russische Alfa Bank für die RBI-Tochter ins Gespräch gebracht worden. RBI-Chef Karl Sevelda sprach im "Standard" von "Gerüchten, die jeder Grundlage entbehren".

Auch bei der Immofinanz bereitet das Russlandgeschäft den Analysten von Barclays Sorgen, sie haben die Bewertung der Aktien mit dem Votum "Equal Weight" begonnen. Das Kursziel wurde bei 2,39 Euro festgesetzt. Die Barclays-Experten sehen auf die Immofinanz in der kurzen Frist starken Gegenwind zukommen, was vorrangig an der Russland- und CEE-Exposure des Konzerns liege. Immofinanz verloren 1,03 Prozent auf 2,11 Euro.

Keine Unterstützung lieferten jüngste Prämienzahlen der Aktie der Vienna Insurance Group (VIG), die sich um 2,11 Prozent verbilligte. Die Versicherung hat voriges Jahr 9,374 Mrd. Euro an verrechneten Prämien eingenommen, um 0,1 Prozent weniger als 2013. Bereinigt um Sondereffekte entspreche das einem organischen Wachstum von 2,6 Prozent, hieß es. Die Analysten der Baader Bank sehen in einer ersten Reaktion zwar "solide" Ergebnisse in den Kernmärkten der VIG, jedoch auch negative Währungseffekte. Man sei aber zuversichtlich, dass die Schwachstellen des Versicherers in Rumänien und Italien aufgebessert werden.

UNIQA verloren nach einer Analystenstimme 4,46 Prozent auf 7,20 Euro. Die Experten der UBS haben ihr Kursziel für die Aktien der Versicherung von 9,40 Euro auf 8,10 Euro nach unten revidiert. Das Anlagevotum lautet indessen unverändert "Neutral".