Börse

Unsicherheit über Fed

Tokio: Kurssturz an Börse

Nikkei-Index büßt mehr als fünf Prozent ein.

Die anhaltenden Spekulationen über ein baldiges Abebben der lockeren Geldpolitik in den USA hat am Donnerstag einen erneuten Kurssturz an der Tokioter Börse ausgelöst. Der Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte brach im Vormittagshandel um 5,3 Prozent auf 12.587 Punkte ein. Zeitweise fiel er um mehr als sechs Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Monaten. Seit seinem Fünfeinhalbjahreshoch vom 23. Mai hat der Nikkei damit rund 20 Prozent verloren.

Der breiter gefasste Topix fiel um 4,1 Prozent auf 1051 Zähler. Die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Notenbank treibe die Anleger immer weiter in die Defensive, sagten Händler.

Verstärkt wurde der Abwärtstrend dadurch, dass die Spekulationen auch den Dollar unter Druck setzten und im Gegenzug der Yen an Wert zulegte. Dies machte vor allem den japanischen Exportwerten zu schaffen. Sollte der Yen-Anstieg anhalten, dürfte dies die Gewinne der Unternehmen schmälern und die Hoffnung auf einen Aufschwung am Aktienmarkt dämpfen, sagte Analyst Hiroyuki Fukunaga von Investrust. Ein stärker Yen verteuert die Produkte japanischer Unternehmen im Ausland.

Zu den größten Verlierern gehörten die Autoproduzenten So büßten die Papiere von Suzuki 6,3 Prozent ein. Die Titel von Toyota verloren 4,1 Prozent. Der Kurs des Elektronikriesen Panasonic gab 3,6 Prozent nach.

"Die Kursschwankungen sind in jüngster Zeit so stark, dass nur wenige Leute Kauflust verspüren", erläuterte der Analyst Hirokazu Kabeya die Lage. "Das führt zu einer Henne-Ei-Situation: Die Volatilität des Marktes schreckt Käufer ab und das Fehlen von Käufern führt wiederum zu Volatilität."

Kursverluste in geringerem Ausmaß gab es auch an weiteren Fernost-Börsen. Die australische und südkoreanische Börse gaben jeweils um ein Prozent nach, und auch in China waren die Kurstafeln mehrheitlich rot.