US-Börsen eröffnen leicht im Plus

Trotz Budget-Blockade

US-Börsen eröffnen leicht im Plus

Neues Haushaltsjahr der USA fing ohne Etat an - Börsen unbeeindruckt.

Die US-Börsen haben am Dienstag knapp nach Handelsbeginn mit leichten Zugewinnen tendiert. Kurz nach 16.00 Uhr stieg der Dow Jones Industrial Index um 8,60 Einheiten oder 0,06 Prozent auf 15.138,27 Zähler. Der S&P-500 Index gewann 5,95 Punkte oder 0,35 Prozent auf 1.687,50 Zähler. Der Nasdaq Composite Index befestigte sich um 18,81 Punkte oder 0,50 Prozent auf 3.790,29 Einheiten.

Die US-Börsen starteten damit trotz der lahmgelegten öffentlichen Verwaltung freundlich in die Sitzung. Händler verwiesen auf Spekulationen, wonach die daraus resultierende Belastung für die Wirtschaft die US-Notenbank davon abhalten könnte, ihre Politik des billigen Geldes wie geplant schon bald zu beenden.

Nachdem sich Demokraten und Republikaner auf keinen neuen Übergangs-Haushalt geeinigt haben, fing am Dienstag das neue Haushaltsjahr in den USA ohne Etat an. Deshalb müssen rund 800.000 Bundesangestellte zum 1. Oktober in den Zwangsurlaub. Wie ein Informationsdienstleister errechnete, kostet der sogenannte "government shutdown" die US-Wirtschaft jeden Tag mindestens 300 Millionen Dollar.

Ein Kompromiss zwischen beiden politischen Lagern im US-Kongress ist die Voraussetzung dafür, dass die gesetzliche Schuldenobergrenze angehoben werden kann. Sollte sie nicht bis zum 17. Oktober erhöht werden, droht den USA unmittelbar danach die komplette Zahlungsunfähigkeit. Allerdings reagierte der Markt deshalb keineswegs panisch, kommentierte eine Vermögensverwalterin.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) rüttelt trotz der Eskalation im US-Haushaltsstreit vorerst nicht an der Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten. "Die Debatte um die Schuldenobergrenze wird wahrscheinlich nichts an der Bonitätsnote ändern", teilten die Kreditwächter in der Nacht auf Dienstag mit. Allerdings schickte die Agentur eine klare Warnung Richtung Washington: Wird die Schuldenobergrenze nicht rechtzeitig angehoben, wird das Rating radikal abgestuft, hieß es weiter.

Kaum Reaktionen zeigte der Markt kurz nach 16 Uhr auf die aktuellen Daten zum ISM-Index. Die Stimmung in der US-Industrie hat sich im September überraschend weiter aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex ISM stieg zum Vormonat um 0,5 Punkte auf 56,2 Zähler, wie das Institute for Supply Management mitteilte. Das ist der höchste Stand seit April 2011. Bankvolkswirte hatten hingegen mit einem Rückgang auf 55,0 Punkte gerechnet.

Unter den Einzelwerten zeigten sich die Aktien von Merck im frühen Geschäft um 2,02 Prozent fester. Der zweitgrößte US-Pharmakonzern will mit einem verschärften Stellenabbau Milliardensummen einsparen. 8.500 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Davon verspricht sich Merck bis Ende 2015 jährliche Einsparungen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar.

Bei den Bankwerten tendierten JP Morgan 0,31 Prozent schwächer. Die sich abzeichnende milliardenschwere Einigung von JP Morgan mit mehreren Regierungsstellen im Hypotheken-Streit wackelt. Das sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Im Mittelpunkt steht demnach ein Streit um die Frage, inwieweit die größte US-Bank auch für Altlasten des in der Krise übernommenen Rivalen Washington Mutual aufkommen muss.

Wells Fargo zahlt wegen des Verkaufs fauler Hypotheken an den staatlich kontrollierten US-Baufinanzierer Freddie Mac eine Entschädigung von 869 Mio. Dollar. Die Bank teilte mit, mit der Einigung könne Wells Fargo seinen Verpflichtungen substanziell nachkommen, die sich aus dem Verkauf von Hauskrediten an Freddie Mac vor 2009 und dem Ausbruch der Finanzkrise ergeben hätten. Die Aktien von Wells Fargo reagierten mit minus 0,19 Prozent.