US-Börsen schließen im Plus

Ukraine im Fokus

US-Börsen schließen im Plus

SAP soll Oracle 357 Mio. Dollar Schadenersatz zahlen.

Die New Yorker Aktienbörsen haben den Handel am Freitag einheitlich im Plus beendet. Die Kursgewinne blieben aber eher moderat. Marktteilnehmer sprachen von Zurückhaltung unter den Investoren in Anbetracht der sich zuspitzenden Ukraine-Krise und des bevorstehenden langen Wochenendes. Am kommenden Montag bleiben die Börsen an der Wall Street feiertagsbedingt geschlossen.

Der Dow Jones stieg um moderate 18,81 Einheiten oder 0,11 Prozent auf 17.098,38 Zähler. Der 500 ausgewählte US-Unternehmen fassende S&P-500 Index stieg um 6,62 Punkte (plus 0,33 Prozent) auf 2.003,36 Zähler und blieb damit über der Marke von 2.000 Punkten. Der Technologieindex Nasdaq Composite Index erhöhte sich um 22,58 Einheiten oder 0,50 Prozent auf 4.580,27 Zähler.

Zum Wochenschluss stand eine Reihe neuer Konjunkturdaten auf der Agenda. Für eine positive Überraschung sorgte der US-Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago. Dieser hat sich im August stärker als erwartet aufgehellt. Zudem hat sich das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan im August überraschend verbessert.


Die Verbraucher haben indessen für einen Dämpfer in der Reihe der zuletzt robusten Konjunkturdaten gesorgt. Im Juli sind die Ausgaben privater Haushalte erstmals seit Jänner wieder gesunken. Der Rückgang habe im Monatsvergleich minimale 0,1 Prozent betragen. Das war der erste Rückgang nach fünf Anstiegen in Folge. Volkswirte hatten einen Zuwachs um 0,2 Prozent erwartet. Dafür haben die Amerikaner mehr gespart. Die Sparquote - der Anteil des verfügbaren Einkommen, der beiseitegelegt wird - stieg auf 5,7 Prozent und damit auf den höchsten Wert seit Ende 2012.

Unternehmensseitig rückten Tesla-Aktien in den Fokus. Die Titel kletterten um 2,21 Prozent ins Plus auf 269,70 Dollar. Der US-Elektrofahrzeugbauer will den Absatz auf dem weltgrößten Automarkt China steigern und dafür sein Netz von Ladestationen ausbauen. Dabei solle der zweitgrößte Mobilfunker des Landes, China Unicom, helfen, hieß es. Autofahrer könnten künftig ihre Fahrzeuge landesweit an 400 Geschäften in 120 Städten aufladen. Das Angebot sei kostenlos und stehe nur Tesla-Kunden zur Verfügung.

Indessen verbuchten Oracle ein Plus von 0,63 Prozent auf 41,53 Dollar. Der Konzern soll von der Softwarefirma SAP 356,7 Mio. Dollar (271 Mio. Euro) Schadenersatz erhalten. Sollte Oracle in dem Streit um Datenklau eine höhere Summe durchsetzen wollen, sei ein weiteres Gerichtsverfahren nötig, entschied ein US-Berufungsgericht am Freitag. Die SAP-Tochter TomorrowNow hatte über das Internet unrechtmäßig Software von Oracle geladen. Der deutsche Konzern hat dies bestätigt, strittig war nur die Höhe des Schadenersatzes.

Im Technologiebereich richtete sich der Blick daneben auf Google. Die Aktien schlossen um 0,35 Prozent höher. Der IT-Konzern arbeitet - genauso wie der Online-Händler Amazon (Aktie minus 0,29 Prozent) - an der Warenzustellung aus der Luft mithilfe von Drohnen. Die kleinen Fluggeräte seien bereits in Australien getestet worden, hieß es. Die Drohnen könnten zum Beispiel in schwer zugänglichen Gebieten oder in Großstädten mit überlasteten Verkehrswegen die Zustellung beschleunigen, erklärte der Chef des Forschungslabors Google X, Astro Teller.

Einen Kurssprung von 7,50 Prozent machten Avago Technologies, nachdem das Unternehmen mit seinem Gewinn die Analystenschätzungen übertreffen konnte. Zudem prognostizierte der Halbleiterhersteller Umsatzzuwächse von 18 bis 22 Prozent.