Wal-Mart-Aktien brechen um zehn Prozent ein

US-Börse

Wal-Mart-Aktien brechen um zehn Prozent ein

Schwache Daten dämpfen Erwartungen einer baldigen Zinswende.

Schwache Daten und durchwachsen ausgefallene Quartalsberichte sorgten an den US-Börsen am Mittwoch für Abschläge. Der Dow Jones fiel um 157,14 Einheiten oder 0,92 Prozent auf 16.924,75 Zähler.

Der 500 ausgewählte US-Unternehmen fassende S&P-500 Index gab 9,45 Punkte (minus 0,47 Prozent) auf 1.994,24 Zähler ab. Der Technologieindex Nasdaq Composite Index verlor 13,76 Einheiten oder 0,29 Prozent auf 4.782,85 Zähler.

Bereits vor Handelsstart rückten die US-Einzelhandelsumsätze in den Fokus. Diese sind im September nur leicht gestiegen. Die Daten machen eine US-Zinswende noch in diesem Jahr unwahrscheinlicher, hieß es von Analysten. Zudem stand mit dem Beige Book der Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed auf dem Programm. Laut dem Bericht ist die US-Wirtschaft zwar weiter auf Wachstumskurs. Der starke Dollar sorge jedoch in einigen Bezirken für Gegenwind im Verarbeitenden Gewerbe und in der Tourismusbranche.

Unternehmensseitig wurde der Dow Jones vor allem von den massiven Kursverlusten der Wal-Mart-Aktie belastet. Die Titel des Einzelhändlers rasselten um gute zehn Prozent in den Keller, nachdem das Unternehmen die Anleger mit einem deutlich gesenkten Geschäftsausblick geschockt hatte. Wal-Mart erwartet, dass der Gewinn pro Aktie im Geschäftsjahr 2017 um sechs bis zwölf Prozent zurückgehen wird. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn-Zuwachs um vier Prozent gerechnet.

Der Sportausrüster Nike erwartet dagegen bis 2020 einen Anstieg seines Jahresumsatzes um fast zwei Drittel. Anvisiert seien 50 Mrd. Dollar, das ist ein Plus von 63 Prozent, sagte der Chef des Adidas-Konkurrenten, Mark Parker, dem Sender CNBC. Die Papiere schlossen um minimale 0,02 Prozent höher.

In den Fokus rückten zudem neue Quartalsberichte, die durchwachsen ausfielen und das Sentiment dementsprechend nicht merklich aufhellen konnten. Intel legte bereits am Dienstagabend seine Zwischenbilanz vor. Ein starkes Geschäft mit Prozessoren für Rechenzentren half dem Chip-Riesen über die Schwäche des PC-Marktes. Der Umsatz des Halbleiter-Marktführers blieb im dritten Quartal mit 14,5 Mrd. Dollar praktisch auf Vorjahresniveau. Der Gewinn sank im Jahresvergleich hingegen um sechs Prozent auf 3,1 Mrd. Dollar. Mit plus 2,37 Prozent schlossen die Aktien an der Dow-Spitze.

Auch aus der Finanzbranche standen mehrere Ergebnisse an. Trotz eines Milliardengewinns enttäuschte JPMorgan die Markterwartungen, die Aktien gaben 2,53 Prozent nach. Im dritten Quartal stieg der Überschuss dank Steuervorteilen und Kostensenkungen um 22 Prozent auf 6,8 Mrd. Dollar. Der Branchenkollege Wells Fargo blieb indessen auf Wachstumskurs, wurde dafür von den Anlegern aber zunächst nicht belohnt. Die Papiere verloren 0,69 Prozent.

Bank of America-Titel schlossen dagegen um 0,77 Prozent höher. Die Bank verdiente im abgelaufenen Jahresviertel unterm Strich 4,07 Mrd. Dollar. Im Vorjahreszeitraum verbuchte sie noch einen Verlust von 470 Mio. Dollar. Die Anteilsscheine stiegen um 1,29 Prozent.

Einen Kurssprung von elf Prozent gab es bei Sandisk zu sehen. Angetrieben hatte eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach das Unternehmen mithilfe von Investmentbanken einen Verkauf auslotet. Nach Börsenschluss wird Netflix seine Bilanzzahlen vorlegen. Im Vorfeld dazu erhöhten sich die Papiere um 0,46 Prozent.