Wiener Börse schließt mit leichter Tendenz

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Wiener Börse schließt mit leichter Tendenz

Die Anschläge in Brüssel überschatten den Handelstag.

Die Wiener Börse hat am Dienstag nach den Terroranschlägen in Brüssel etwas schwächer geschlossen. Der ATX fiel um 6,48 Punkte oder 0,28 Prozent auf 2.292,29 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 17 Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.275,00 Punkten.

Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,01 Prozent, DAX/Frankfurt +0,13 Prozent, FTSE/London +0,03 Prozent und CAC-40/Paris -0,22 Prozent.

Der gesamte Handelstag stand im Schatten der Terroranschläge in Brüssel. Fast zeitgleich explodierten in der Früh zwei Bomben am Brüsseler Flughafen Zaventem und in der Brüsseler U-Bahn in unmittelbarer Nähe zum EU-Viertel. Mindestens 34 Menschen kamen ums Leben, zudem wurden mehr als 100 Menschen verletzt. Die belgische Regierung hatte bereits in der Früh die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

An den Aktienmärkten sorgten die Anschläge bereits zur Eröffnung für rote Zahlen, die Verluste stabilisierten sich jedoch bis Mittag. Im Späthandel konnten die europäischen Indizes ihre Verluste dann noch klar eingrenzen. Dennoch rückten zahlreiche Konjunkturdaten aus der Eurozone aufgrund der tragischen Ereignisse naturgemäß in den Hintergrund.

So war bekannt geworden, dass die Geschäfte der Industrie und Dienstleister in der Eurozone im März besser gelaufen sind als erwartet. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex übertraf die Prognosen. Auch der ifo-Geschäftsklimaindex, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, überraschte positiv. Hingegen hinkte der Optimismus deutscher Finanzexperten gemäß dem ZEW-Index den Erwartungen etwas hinterher.

An der Wiener Börse schwächelten unter anderem Immofinanz mit minus 0,6 Prozent. Der Immokonzern prüft einen Verkauf seines Russland-Portfolios. Nach Abwertungen in Höhe von rund 400 Mio. Euro überlegt Immofinanz-Vorstandschef Oliver Schumy nun den Verkauf des gesamten Russland-Geschäftes. Auch ein Spin-off ist möglich, sagte Schumy zum "WirtschaftsBlatt". Einen Zeitplan oder eine Entscheidung gebe es noch nicht.

Die CA Immo hat Kaufgespräche rund um die Russland-Sparte der Immofinanz dementiert und unterdessen einen weiteren Aktienrückkauf beschlossen. Die Gesellschaft will bis zu zwei Millionen Stück Aktien bis zu einem Höchstpreis von 17,50 Euro zurückkaufen. Dies entspricht etwa 2 Prozent des derzeit aktuellen Grundkapitals. Der Rückkauf beginnt frühestens am 25. März und endet spätestens am 7. Oktober 2016. CA Immo notierten mit minus 0,18 Prozent bei 16,80 Euro.

Lenzing verbilligten sich zudem um 0,36 Prozent. Nach dem Verlustjahr 2014 erwarten Analysten für die am morgigen Mittwoch anstehenden Jahreszahlen 2015 des Faserherstellers wieder deutliche Ergebnisverbesserungen. Vor allem operativ und unterm Strich werden massive Steigerungen prognostiziert.