Wiener Börse: weiter sehr fest

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Wiener Börse: weiter sehr fest

Der starke Ölpreis, schwache Euro und die Hoffnung auf lockere EZB stützen.

Die Wiener Börse hat sich heute, Freitag, am Nachmittag bei moderatem Volumen mit fester Tendenz gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.136,76 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 55 Punkten bzw. 2,64 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +2,18 Prozent, FTSE/London +2,33 Prozent und CAC-40/Paris +3,33 Prozent.

Somit hat der Wiener Leitindex ebenso wie das übrige europäische Handelsumfeld an seinen Erholungstrend vom Vortag angeknüpft, nachdem bereits die asiatischen Handelsplätze allesamt sehr fest geschlossen hatten. Der deutlich höhere Ölpreis, ein schwacher Euro und die Hoffnung auf eine noch größere Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) steigerten die zuletzt schwache Kauflaune der Investoren.

Am Vortag hatte Mario Draghi, Chef der EZB, im Rahmen der allmonatlichen Zinssitzung eine Prüfung der bisherigen Geldpolitik bis März angekündigt - Anleger hoffen nun, dass die EZB dann noch mehr Geld in die Märkte pumpt. Daneben sind die Inflationserwartungen im Euroraum weiter gefallen. 2016 dürften die Verbraucherpreise demnach um 0,7 Prozent steigen, nach bisher erwarteten 1,0 Prozent.

Die Stimmung in der Realwirtschaft der Eurozone hat zum Jahresbeginn jedenfalls enttäuscht: Der Einkaufsmanagerindex bei Industrie und Dienstleistern fiel insgesamt um 0,8 Punkte auf 53,5 Zähler, Volkswirte hatten nur mit einem leichten Rückgang um 0,2 Punkte gerechnet.

Neben dem schwächeren Euro stützte auch die klare Erholung der Ölpreise: Futures für Brent-Öl notierten um 6,05 Prozent höher bei 30,99 Dollar je Barrel. Infolge präsentierten sich die Branchenvertreter im Wiener Markt gut gesucht: OMV verteuerten sich um 4,31 Prozent, auch Schoeller-Bleckmann Oilfield stiegen um 3,23 Prozent.

Ebenfalls gut gesucht zeigten sich die Bankaktien Raiffeisen (plus 3,57 Prozent) und Erste Group (plus 2,37 Prozent). Für die voestalpine-Aktie haben die Analysten der Berenberg-Bank ihr Kursziel von 33 auf 29,5 Euro gekürzt und empfehlen weiterhin ihr neutrales "hold". Die voest-Titel legten 2,29 Prozent zu.

Verhältnismäßig beschaulich zeigten sich FACC mit einem Plus von 0,55 Prozent. Nachdem bei dem Luftfahrtzulieferer durch eine Betrugscausa ein Schaden von rund 50 Millionen Euro entstanden sein dürfte, kündigte Vorstandschef Walter Stephan ein Sparprogramm an. Bestehende Arbeitsplätze seien aber nicht gefährdet, so Stephan in den "OÖ Nachrichten" (OÖN, Freitag-Ausgabe). Heute, Freitagmittag, finden in den Werken in Oberösterreich Betriebsversammlungen statt.

Die Analysten der Schweizer Großbank UBS haben ihr Kursziel für die FACC nach deren Quartalszahlen für das Geschäftsjahr 2015/16 auf 6,80 Euro eingestuft. Ihre Anlageempfehlung lautet "Neutral".

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX gegen 13.50 Uhr bei 2.139,38 Punkten, das Tagestief lag zur Eröffnung bei 2.083,87 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Plus von 2,52 Prozent bei 1.098,16 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market 36 Titel mit höheren Kursen, einer mit tieferen und einer unverändert. In drei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 5.592.634 (Vortag: 6.550.306) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 113,993 (107,16) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 426.945 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 22,13 Mio. Euro entspricht.