Banken verschleiern ihre tatsächlichen Bilanzrisiken

Kurz vor der Veröffentlichung der Ergebnisse hätten die Institute in den vergangenen 5 Vierteljahren ihre kurzfristigen Kredite deutlich herunterfahren, berichtete das "Wall Street Journal" und berief sich dabei auf Daten der Federal Reserve Bank of New York.

Im Schnitt liege die Schuldenlast dann um 42 % unter den Spitzenwerten im Verlauf des Quartals. In dem Artikel werden namentlich unter anderem die großen US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley genannt.

Die starke Verschuldung der Banken gilt als eine wesentliche Ursache für die Finanzkrise. Die Geldhäuser sind daher seit Monaten darum bemüht, ihre Risiken in den Büchern zu reduzieren, um Investoren und Regulierer zu beruhigen.

Die legale Praxis, die Schuldenlast zum Quartalsende zu senken und anschließend erneut zu erhöhen, lässt die Bilanzen dabei besser aussehen. Der Zeitung zufolge gab es in den vergangenen Jahren stets Schwankungen bei den Krediten, aber nicht so stark wie 2009.

Die genannten Banken waren genau wie die Fed of New York zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die pleitegegangene Investmentbank Lehman Brothers hatte nach Angaben von Wirtschaftsprüfern vor dem Zusammenbruch 2008 rund 50 Mrd. Dollar außerhalb der Bilanz geparkt. Mit diesem als "Repo 105" bekanntgewordenen Bilanztrick konnte sie ebenfalls ihre Schuldenlast reduzieren.