Bausparen liegt wieder voll im Trend
Im Vorjahr sei es noch zu keinen nennenswerten Steigerungen bei Rückzahlungsausfällen gekommen, sagte der Generaldirektor der s Bausparkasse, Josef Schmidinger. Auf Grund des derzeitigen Zustandes der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes könne in Zukunft ein leichter Anstieg aber nicht ausgeschlossen werden. Zu einem dramatischen Anstieg werde es aber nicht kommen. Die durchschnittliche Ausfallsrate liegt derzeit bei "zu vernachlässigenden" 5 Promille des Darlehensvolumens, jährlich kommt es zu etwa 700 Versteigerungen, hieß es weiter. Diese Zahlen unterstreichen nochmals den besonderen auch sozialen Wert dieser Form der Wohnbaufinanzierung, so Schmidinger.
"Grundbuch ist besser als Sparbuch"
"Es ist uns exzellent gelungen, die Leute in der Krise dort abzuholen, wo sie waren", führte Schmidinger aus. Die Bausparkassen hätten auf die Devise "Grundbuch ist besser als Sparbuch" und das Thema "thermische Sanierung" gesetzt. Diese Bundesaktion habe 650 Mio. Euro bewegt, 200 Mio. Euro an Steuern gebracht und 7.000 Beschäftigte gesichert. Auch heuer sei wieder "ein rascher Impuls" für die Bauwirtschaft notwendig, da die Bauvolumina rückläufig sein werden, waren sich alle vier Vertreter der Bausparkassen einig.
Die Anzahl der Bausparkonten stieg im Vorjahr von 5,04 auf 5,10 Millionen. Bei den Bauspareinlagen wurde erstmals die 18 Mrd.-Euro-Grenze überschritten, sie erhöhten sich um 5,55 Prozent von 17,1 auf 18,08 Mrd. Euro. Auch bei den Ausleihungen kam es zu einem Zuwachs um 2,2 Prozent von 16,71 auf 17,08 Mrd. Euro. Die Bausparkassen sitzen also auf einem Liquiditätspolster von über 1 Mrd. Euro und sehen sich daher gut für kommende Herausforderungen aufgestellt.
Bei den Finanzierungen kam es im Vorjahr dagegen zu einem Rückgang: 2009 wurde um 11,5 Prozent weniger für Bauspardarlehen ausgegeben, die Finanzierungsleistung ging auf 3,22 Mrd. Euro zurück, im Jahr davor waren es noch 3,64 Mrd. Euro, mit denen der private Wohnneubau und die Sanierung angekurbelt wurden. Im Bereich Pflege und Bildung ist es volumensmäßig zu keinem Wachstum gekommen. Hier ortet Riess-Passer noch fehlendes öffentliches Bewusstsein. Durch die Erhöhung der Bemessungsgrundlage auf 1.200 Euro erhöhte sich der staatliche Aufwand auf 155 (134) Mio. Euro.
Bausparen schlägt Eurostoxx50 deutlich
Die Beliebtheit von Bausparen werde weiter steigen, in einem Jahr könnte Bausparen wieder vor dem Sparbuch an erster Stelle liegen, meinte Erich Rainbacher, Generaldirektor der Raiffeisen Bausparkasse. Bausparen habe in den letzten zwölf Jahren auch besser abgeschnitten als ein Aktieninvestment in den Eurostoxx50. Mit einer jährlicher Rendite von 4,9 Prozent gegenüber 1,34 Prozent habe Bausparen um 3,6 mal höher rentiert. Kritik übte Rainbacher auch am Modell der Zukunftsvorsorge, wo laut FMA einige Garantiefonds ausgestoppt worden sind. In einer Vergleichsrechnung brächten sie nur mehr eine Verzinsung von 1,07 Prozent - weniger als die durchschnittliche Inflationsrate von 1,9 Prozent, so Rainbacher. Mit einem alternativen Bausparmodell hätte man in den vergangenen sieben Jahren dagegen 3,4 Prozent nach KESt lukrieren können.
ABV-Generaldirektor Erich Hackl zeigte sich für 2010 ebenfalls positiv gestimmt. Neben der höheren Bemessungsgrundlage von 1.200 Euro sollte Bausparen auch von der erhöhten Grenze von 180.000 Euro für besicherte und 25.000 Euro für unbesicherte Darlehen profitieren. 60 Prozent der Bausparer hätten bereits die höhere Prämiengrundlage ausgenutzt. In wenigen Jahren dürfte dieser Anteil auf bis zu 80 Prozent steigen. Die Marktanteile der vier Bausparkassen verteilen sich wie folgt: 32,4 Prozent entfallen auf die s Bausparkasse, 31,5 Prozent auf Raiffeisen, 25 Prozent auf Wüstenrot und 11 Prozent auf die ABV.
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