Clearing-Plattformen für Kreditderivate gestartet

Bei der Abwicklung und Abrechnung von Kreditderivaten in Europa hat die zur US-Terminbörse IntercontinentalExchange gehörende ICE Clear gegenüber der Deutsche-Börse-Tochter Eurex bisher die Nase vorn. Über die Abrechnungsplattform der ICE wurden nach Angaben von Montag (3.8.) in der ersten Woche Kreditausfallversicherungen (CDS) im Volumen von 5,9 Mrd. Euro abgewickelt. Bei der Eurex waren es hingegen nur 25 Mio. Euro.

Während bei der ICE zehn der größten CDS-Banken in Europa aktiv sind, benutzen Eurex Credit Clear nach Aussagen eines Sprechers nur Nomura und Unicredit die Dienste. Die Eurex führt derzeit noch Gespräche mit anderen Banken über einen Anschluss an ihre Clearing-Plattform.

Bisher waren solche Geschäfte, bei denen sich Anleger gegen Kreditausfälle absichern können, ausschließlich außerbörslich direkt zwischen den Banken organisiert. Die EU-Kommission hatte die Branche aber zur Abwicklung über eine zentrale Gegenpartei bei Clearinghäuser gedrängt. Dadurch soll der Markt, dem Experten eine entscheidende Rolle beim Ausbruch der Finanzkrise zuschreiben, sicherer werden. In den USA gibt es zudem Bestrebungen, auch den außerbörslichen Handel mit Kreditderivaten künftig streng zu überwachen.