Dexia will Töchter Crediop und Denizbank verkaufen

Dexia muss Auslandsgeschäft zurückfahren

Die EU-Kommission verlangt im Gegenzug für die gewährte Staatshilfe, dass der staatlich gestützte französisch-belgische Immobilienfinanzierer sein Engagement im Ausland zurückfährt.

Bei der italienischen Tochter Crediop sei ein Verkauf unabwendbar, hieß es, und auch die türkische Denizbank steht auf der Verkaufsliste. Dexia war im September von mehreren europäischen Ländern mit einem 6,4 Mrd. Euro schweren Rettungspaket vor dem Untergang bewahrt worden. Die Staaten garantieren seitdem auch für den Finanzierer.

Dexia hatte sich mit dem gleichen Konstrukt ins Aus manövriert wie der inzwischen komplett verstaatlichte deutsche Rivale Hypo Real Estate (HRE): Dexia refinanzierte langfristige Kredite an seine Kunden mit günstigeren kurzfristigen Geschäften. In der Finanzkrise brach dieses System jedoch zusammen.

Ein Sparprogramm soll Dexia nun aus der Klemme helfen. Vom verlustreichen US-Anleiheversicherer Financial Security Assurance (FSA) hat sich der Konzern bereits getrennt. Zuletzt schrieb Dexia schon wieder schwarze Zahlen.

Dexia war in Österreich und Osteuropa Partner der mittlerweile verstaatlichten Kommunalkredit beteiligt. Im Zuge der Finanzkrise hatte der österreichische Staat im Vorjahr die Anteile der Kommunalkredit von den Volksbanken (ÖVAG) und Dexia praktisch umsonst übernommen. Im Gegenzug musste die Kommunalkredit ihren Anteil an der Osteuropatochter Dexia Kommunalkredit Bank an Dexia Credit Local abtreten.