Felderer: Kein Verlust bei Banken-Staatsgeld

Felderer: Kein Verlust bei Banken-Staatsgeld

IHS-Chef Bernhard Felderer geht trotz der Ankündigung der Volksbank (ÖVAG), dass diese die Zinsen für das vom Staat eingeschossene Partizipationskapital (PS-Kapital) nicht zahlen können wird, nicht davon aus, dass die Eigenkapitalhilfe für den Staat zum Verlustgeschäft wird.

Eng werde es erst, wenn auch die großen Banken Raiffeisen, Erste Bank und Bank Austria die Zinsen nicht zurückzahlen könnten. Für das Kapital, das der Staat für die Bankenhilfe aufgenommen hat, müsse er derzeit etwa 4,3 Prozent Zinsen zahlen, so Felderer. Die Zinsen, die wiederum die Banken dem Staat zahlen müssten, bewegen sich jedoch zwischen 8,0 und 9,3 Prozent. Würden Raiffeisen, Erste und Bank Austria ihre Zinsen also zurückzahlen, könnte damit der Verlust, der dem Staat etwa durch die ÖVAG und der Kärntner Hypo Group Alpe Adria entsteht, wieder ausgeglichen werden, so der IHS-Chef.

Staat nimmt Geld für 4,3 % auf und verleiht es um 9,3 % weiter

"Wenn alle die Zinsen zahlen, ist es ein fantastisches Geschäft für den Staat", so Felderer. Würden nur die kleineren Banken die Zinsen nicht zahlen können, "wäre es immer noch ein gutes Geschäft". Derzeit zeichne sich noch nicht ab, dass auch eine der drei großen Banken in eine ähnliche Situation wie die ÖVAG oder die Hypo Group Alpe Adria geraten werde. Derzeit geht Felderer jedenfalls nicht davon aus, dass die staatliche Eigenkapitalhilfe zum Verlustgeschäft wird.

Bisher eingeschossenes staatliches Eigenkapital in Österreichs Großbanken:

Als einzige österreichische Großbank hat die angeschlagene Hypo Group Alpe Adria schon im Dezember 2008 staatliches Eigenkapital in der Höhe von 900 Mio. Euro für 8 Prozent abgerufen. Die anderen Großbanken verhandelten zwar seit Spätherbst, wollten sich aber Zinsen ersparen und beanspruchten die Zuschüsse - bisher stimmrechtslose Wertpapiere in Form von Partizipationsscheinen - erst heuer. Die Zeit wurde meist für Nachverhandlungen und teilweise für Privatplatzierungen genutzt, was den Kupon für die Banken billiger machte.

Aus dem staatlichen 15-Mrd.-Euro-Paket haben die Erste Group 1,2 Mrd. Euro und die RZB 1,75 Mrd. Euro PS-Kapital für jeweils 8 Prozent Verzinsung abgerufen, die ÖVAG bekam 1 Mrd. Euro PS-Kapital für 9,3 Prozent Verzinsung. Noch in Verhandlung sind 550 Mio. Euro PS-Kapital für 9,3 Prozent von der BAWAG sowie 2 Mrd. Euro PS-Kapital der Bank Austria für 8,0 Prozent.

Um die Verzinsung für die Staatshilfe von 9,3 Prozent auf 8 Prozent zu senken, mussten zuvor 30 Prozent des PS-Kapitals bei privaten Investoren platziert werden. Zusätzlich zum Eigenkapital haben die Großbanken auch staatlich garantierte Anleihen in mehrfacher Milliardenhöhe aufgenommen.