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Euro: Was uns die Hilfe kostet

Für die neuen Griechen-Kredite stellt Österreich nur Haftungen.

Nachdem die Euroländer bei ihrem Krisengipfel am Donnerstag das neue Griechen-Rettungspaket durchgepeitscht hatten, überwog gestern die Erleichterung. Der Euro ist (zunächst) gerettet, die Griechen erhalten mehr Zeit und zusätzliche Hilfen, um ihr Schuldenproblem, das die ganze Eurozone ins Wanken brachte, in den Griff zu bekommen.

Insgesamt 159 Mrd. Euro schwer ist die neue Griechenhilfe: 109 Mrd. an zusätzlichen Krediten von EU und IWF, hinzu kommt die Beteiligung privater Gläubiger (Banken und Versicherungen) in Höhe von rund 50 Mrd. Euro.

Wesentliche Änderung gegenüber dem ersten Griechen-Paket ist, dass die Länder nicht mehr bilateral Kredite an Athen geben, sondern die Hilfe über den Euro-Rettungsfonds EFSF abgewickelt wird. Der leiht den Griechen das Geld – die Euroländer stehen mit Haftungen dafür gerade. Österreichs Garantieanteil an dem aktuell mit 440 Mrd. Euro dotierten EFSF liegt bei 2,8 %.

Euro-Rettungsfonds leiht den Griechen die Milliarden
Von den 109 neuen Kreditmilliarden sollen zwei Drittel (72 Mrd.) von der EU (also aus dem EFSF), ein Drittel vom IWF kommen. Für die 72 Mrd. vom EFSF haften wir mit den besagten 2,8 %, also mit 2 Mrd. Euro. Da wir aus dem ersten Hilfspaket bereits 1,4 Mrd. an die Griechen überwiesen haben, liegt unser Anteil an der Griechen-Rettung jetzt bei 3,4 Mrd. Euro. Die 2-Mrd.-Haftung wird aber nur schlagend, wenn Griechenland doch pleite geht. Und die schon ausbezahlten 1,4 Mrd. müssen die Griechen zurückzahlen. Bis dato haben sie den Kredit brav bedient, Österreich hat schon über 30 Mio. Euro Zinsen daraus kassiert.

Sollte die verstaatlichte Kommunalkredit in die Bankenbeteiligung an der Griechenhilfe eingebunden werden, würde das den Steuerzahler als Eigentümer der Bank aber treffen. Die Kommunalkredit hängt mit 1 Mrd. Euro in Griechenland drin. Kolportiert wird ein 20-prozentiger Abschreibungsbedarf durch Schuldenstundung an die Griechen. Das wären dann 200 Mio. Euro. Finanzministerin Maria Fekter (V) wollte das gestern nicht ausschließen.