Hypo kauft Staatsgarantiebonds zurück

722,1 Mio. Euro

Hypo kauft Staatsgarantiebonds zurück

Die HGAA kauft die Hälfte der bundesgarantierten Anleihen vorzeitig zurück.

Die seit Ende 2009 dem Staat gehörende Kärntner Hypo Group Alpe Adria kauft vorzeitig ihre bundesgarantierten Anleihen (Gesamtvolumen: 1,35 Mrd. Euro) zurück. Am 8. Februar wurde das Rückkaufangebot an die Zeichner unterbreitet. Heute war Angebotsschluss. Es kam ein Rückkauf für etwas mehr als die Hälfte der Summe zustande.

722,1 Mio. Euro
Wie die Hypo Alpe-Adria-Bank International AG am Mittwoch ad hoc bekannt gab, wurden seitens der Anleihegläubiger Angebote für den Rückkauf in der Höhe von 722,1 Mio. Euro unterbreitet und durch die Bank angenommen.

Die rückgeführte Gesamtsumme splittet sich wie folgt auf: 405,50 Mio. Euro aus der Emissions-Serie 1, rund 81,8 Mio. Euro aus der Serie 2,  85,05 Mio. Euro aus der Serie 3 und 149,75 Mio. Euro von Serie 4.

Internes Ziel erreicht

Hypo-Finanzvorstand Johannes Proksch erklärte, dass die Bank mit einer Rückführung dieser Anleihen in Höhe von 722,1 Mio. Euro ihr intern gesetztes Ziel erreicht habe. "Wir sehen uns in der Angebotslegung bestätigt. Die Restrukturierung der Bank ist auf dem richtigen Weg."

Der Abwicklungstag wird der 21. Februar 2011 sein, teilte die Hypo mit.

Der Bund fährt bei der Hypo das garantierte Anleihevolumen derzeit zurück. Teile dieser freiwerdenden Staatshaftungen aus dem Bankenrettungspaket sollten für neue Staatshaftungen für problematische Immobilienkredite der Bank, vor allem auf dem Balkan verwendet werden.

Slowenien: "Dutzende" Geldwäsche-Verdachtsfälle bei Hypo
Eine Woche nach der überraschenden Ablösung der gesamten Chefetage bei der slowenischen Tochter der Hypo Alpe Adria Bank kommt langsam Licht ins Dunkel um die möglichen Verfehlungen der Bankmanager. Die staatliche Behörde zur Verhinderung von Geldwäsche hat in den vergangenen Jahren in "Dutzenden" Fällen gegen die Bank ermittelt, wie die slowenische Tageszeitung "Dnevnik" unter Berufung auf die Behörde berichtete.

Das Anti-Geldwäsche-Amt habe "zahlreiche verdächtige Transaktionen" auf Hypo-Konten festgestellt. Den zuständigen Behörden - Polizei, Staatsanwaltschaft und Finanzverwaltung - habe man daraufhin "Dutzende Mitteilungen" zukommen lassen. In einigen Fällen sei es auch um verdächtige Kontobewegungen zu Steueroasen gegangen.

Behörden untätig
Auf die Frage, warum die slowenischen Behörden bisher keine Verfolgungshandlungen gesetzt hätten, nannten die Geldwäsche-Bekämpfer ausdrücklich die Notenbank, weil diese "primär" für die Bankenaufsicht und die Umsetzung des Gesetzes zur Verhinderung von Geldwäsche zuständig sei.

Führung ausgetauscht
Als Indiz für die Untätigkeit der slowenischen Behörden wird auch das Vorgehen der Hypo-Zentrale in Klagenfurt gesehen, die die Bankführung am vergangenen Mittwoch im Handstreich neu besetzte.

Ex-Wirtschaftsminister Matej Lahovnik wies am Montag in einem Fernsehinterview darauf hin, dass bei der Absetzung der Bankführung sogar österreichische Sicherheitsleute anwesend gewesen seien, obwohl dies eigentlich nicht erlaubt sei.