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Kritik an geplantem Stellenabbau bei Bayer

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Pharmakonzern will 4.500 Stellen streichen - Betriebsräte weisen Pläne zurück.

Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung will den geplanten Stellenabbau beim deutschen Pharmaunternehmen Bayer nicht so einfach hinnehmen. "Bayer hat auch mit öffentlichen Mitteln die Krise gut überstanden - nun werden Jobs in Deutschland gestrichen und in Schwellenländern geschaffen", antwortete das Wirtschaftsministerium in Düsseldorf auf Anfrage der "Financial Times Deutschland" laut Vorausbericht.

Ein Sprecher nannte als Beispiel Forschungsprojekte, die von Land und EU finanziert seien. "Unser Haus wird die Pläne mit Bayer für den Standort NRW noch einmal diskutieren müssen", sagte er.

Auch Forschung und Entwicklung soll verlagert werden
Betriebsratschef Thomas de Win schrieb dem Blatt zufolge in einer internen Information an die Mitarbeiter: "Die Betriebsräte der Wirtschaftsausschüsse haben die Pläne der Unternehmensleitung auf das Schärfste zurückgewiesen und alternative Planungen eingefordert." Der IG-BCE-Landesbezirksleiter Reiner Hoffmann nannte den Abbau völlig inakzeptabel und ökonomisch unnötig. Besorgniserregend sei vor allem, wenn nicht nur Produktion, sondern auch Forschung und Entwicklung in Schwellenländer verlagert würden.

Die IG BCE hatte Bayer zuvor bereits aufgefordert, rasch über eine Verlängerung des Beschäftigungssicherungsvertrages zu verhandeln, um die Verunsicherung der Mitarbeiter zu beenden. Ende 2012 läuft der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen aus.

4.500 Stellen sollen abgebaut werden
Bayer will bis Ende 2012 weltweit rund 4.500 Stellen abbauen, allein 1.700 davon in Deutschland. Der Stellenabbau ist Bestandteil eines 800-Millionen-Euro-Sparprogramms , mit dem der Konzern zusätzliche Mittel für die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und Pflanzenschutzmittel sowie für die Expansion in den wachstumsstarken Regionen Asiens freisetzen will. In den Schwellenländern sollen bis Ende 2012 rund 2.500 neue Arbeitsplätze entstehen.
 

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