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Nur in US-Dollar

Öl so teuer wie seit 6 Monaten nicht mehr

In Euro ist der Ölpreis heute um sieben Prozent niedriger als vor einem halben Jahr.

Öl ist derzeit so teuer wie zuletzt vor sechs Monaten - aber nur in US-Dollar. Freitag gegen 14 Uhr kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Dezember 86,60 Dollar und damit 0,13 Prozent mehr als am Donnerstag. Der Future auf ein Barrel der Nordseesorte Brent wurde mit 88,12 Dollar gehandelt.

Zuletzt lag der Preis Anfang Mai höher, als das Jahreshoch von 87,15 Dollar erreicht worden war. Allerdings spiegelt diese Entwicklung vor allem den Wertverfall des US-Dollars wieder. In Euro ist der Ölpreis heute nämlich um rund 7 Prozent niedriger als vor einem halben Jahr.


© APA
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Dollar wegen Fed-Finanzspritze gesunken
Hintergrund des jüngsten Dollar-Ölpreisanstiegs ist nach Ansicht von Marktkennern die jüngste Entscheidung der US-Notenbank Fed. Die Fed will zur Stützung der US-Konjunktur zusätzliche Staatsanleihen im Wert von 600 Mrd. Dollar (rund 430 Mrd. Euro) kaufen. Der Dollar verlor daraufhin gegenüber dem Euro rund zwei Prozent an Wert. Das entspricht auch ungefähr dem Anstieg des Ölpreises in Dollar.

Ölpreis auch in Asien gestiegen
Die Ölpreise haben am Freitag im asiatischen Handel ihre Kursgewinne vom Vortag weiter ausgeweitet. Ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Dezember kostete 87,14 Dollar (61,18 Euro) - das waren 65 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte um 73 Cent auf 88,73 Dollar.

US-Arbeitsmarktbericht erwartet
Weiterhin stützten laut Händlern die am Mittwoch beschlossenen zusätzlichen Staatsanleihekäufe der US-Notenbank den Ölmarkt. Der Markt blicke nun auf den am Nachmittag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht. Die wirtschaftliche Entwicklung des größten Ölverbrauchers der Welt dürfte entscheidend für die weitere Preisentwicklung sein.

Brent-Ölpreis behauptet sich knapp
Der Brent-Ölpreis hat sich am Freitagvormittag knapp behauptet gezeigt. Der als wichtige Ölpreisbenchmark geltende Future auf die Rohölsorte Brent notierte gegen elf Uhr in London bei 87,84 Dollar je Barrel. Am Donnerstag notierte der Brent-Future zuletzt bei 88,00 Dollar.

OPEC-Öl teurer
Der Preis für OPEC-Öl ist am Donnerstag auf 84,33 Dollar pro Barrel gestiegen. Zuletzt hatte das Barrel nach Angaben des OPEC-Sekretariats in Wien noch 82,56 Dollar gekostet. Der OPEC-Preis setzt sich aus einem Korb von zwölf Sorten zusammen.

Goldpreis steigt
In Zeiten eines schwachen Dollars flüchten Anleger oft in Sachwerte wie Gold oder Öl, um den Verfall ihres Vermögens zu vermeiden. Die durch die lockere US-Geldpolitik ausgelösten Inflationsängste haben auch den Goldpreis in der Nacht zum Freitag erneut auf ein Rekordhoch getrieben. Das Edelmetall verteuerte sich auf bis zu 1.394,06 Dollar je Feinunze, bröckelte dann aber auf 1.388,46 Dollar ab. Derzeit würden immer mehr Anleger auf den fahrenden Zug aufspringen, sagte Rohstoff-Experte Jonathan Barratt von Commodity Broking Services.