Credit Suisse setzt auf Asien/Pazifik und Russland

Q3: Credit Suisse übertrifft die Erwartungen

Die Credit Suisse hat im dritten Quartal dank eines florierenden Investmentbankings einen Reingewinn von 2,35 Mrd. Franken erzielt.

Die Erwartungen der Experten wurden damit deutlich übertroffen. Der Gewinn ist im Vergleich zum zweiten Quartal um 50 % auf 2,35 Mrd. Schweizer Franken (1,56 Mrd. Euro) gestiegen. Im Vorjahresquartal hatte die Bank noch rote Zahlen geschrieben. Credit-Suisse-Chef Brady Dougan sieht sein Haus zudem auch für ein möglicherweise wieder schlechter werdendes Umfeld gut gerüstet.

Der Aktie half das wenig. Das im Stoxx 50 notierte Papier, das sich in den vergangenen Monaten in etwa so wie das der ähnlich aufgestellten Deutschen Bank entwickelt hatte, sackte trotz des überraschend hohen Gewinnplus' um rund 2 % auf 58,65 Franken ab.

Eine ähnliche Entwicklung war zuletzt schon bei Goldman Sachs und der Deutschen Bank zu beobachten, nachdem JPMorgan zum Auftakt der Berichtsaison der Banken die Messlatte mit einem Gewinn von 3,6 Mrd. Dollar sehr hoch gelegt hatte. "Gut ist eben nicht gut genug", sagte ein Händler.

Investmentbanking floriert

Bei der Credit Suisse sorgte wie bei zahlreichen anderen Banken vor allem das Investmentbanking für den Milliardengewinn. Hier stieg der Vorsteuergewinn im Vergleich zum bereits starken Vorquartal um 5 % auf 1,75 Mrd. Franken. Aber auch in den anderen Sparten kam die Bank voran. So profitierte das Institut etza in der Vermögensverwaltung von der Schwäche des einst größeren Konkurrenten UBS, der unter der Last der Finanzkrise beinahe zusammengebrochen wäre und zudem Probleme mit den US-Steuerbehörden hatte.

Credit-Suisse-Chef Dougan: "Sollten die Marktbedingungen weiter günstig bleiben, rechnen wir dank unseres Geschäftsmodells mit einer positiven Entwicklung in allen Bereichen. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass die Credit Suisse in der Lage ist, auch dann erfolgreich zu arbeiten, wenn das Marktumfeld wieder schwieriger wird."

In den vergangenen Monaten war das Umfeld gerade für das Investmentbanking besser denn je. Die hohe Nachfrage nach Finanzierungsmodellen für Staaten und Unternehmen hatten gerade am Anleihenmarkt für einen nie erlebten Boom gesorgt. Zudem erholten sich die Aktienmärkte deutlich von ihren Anfang des Jahres erreichten Tiefständen.

Dabei schnitten vor allem die Banken, die bereits vorher vergleichsweise gut durch die Finanzkrise gekommen sind, besonders gut ab. Sie profitierten unter anderem davon, dass einige Konkurrenten vom Markt verschwunden sind oder sich unter staatlichem Einfluss befinden und damit einigen Restriktionen unterliegen.