Siemens: Joe Kaeser löst Peter Löscher ab

München

Siemens: Joe Kaeser löst Peter Löscher ab

Einstimmig bestimmte Siemens-Aufsichtsrat Kaeser zum neuen Konzernboss.

Nach den heftigen Querelen der letzten Tage ging es zuletzt doch reibungslos über die Bühne: Einstimmig wählte der Siemens-Aufsichtsrat am Mittwoch Joe Kaeser per 1. August zum neuen Chef des größten deutschen Industriekonzerns. Er löst den Österreicher Peter Löscher ab, dessen Rauswurf seit dem Wochenende beschlossene Sache war. Löscher, dem verfehlte Unternehmensziele und eine Serie von Gewinnwarnungen zur Last gelegt werden, gab letztlich klein bei und ging „einvernehmlich“ (siehe rechts).

Er nannte sich von Josef Käser auf Joe Kaeser um
Der 56-jährige Kaeser (nach einem USA-Aufenthalt hatte er sich von Josef Käser in Joe Kaeser umbenannt) ist damit am Ziel. Er soll heftig an Löschers Stuhl gesägt haben. Seit 1980, sein gesamtes Berufsleben, ist er bei Siemens, seit 2006 war er Finanzvorstand. Der gebürtige Bayer ist ein Mann der Zahlen – aber das gern vor Publikum. Schon als Finanzvorstand ließ der eloquente Kaeser Löscher oft blass aussehen, stahl ihm die Show. Ab heute muss er beweisen, ob er das Ruder bei dem gebeutelten Konzern herumreißen kann.

Löscher: "Schwierige Entscheidung für mich"
Peter Löscher war seit Juli 2007 Siemens-Chef, sein Vertrag wäre eigentlich bis 2017 gelaufen. Der 55-jährige gebürtige Villacher fügte sich am Ende in seinen Rauswurf, offiziell wurde daraus eine einvernehmliche Trennung. In einer am Mittwoch auf der Siemens-Website veröffentlichten Abschiedserklärung (siehe Faksimile) spricht er von einer „für mich schwierigen Entscheidung“ und bedankt sich bei seinen Unterstützern, „die sich in mehreren Gesprächen meinen Verbleib an der Spitze des Unternehmens gewünscht haben“. Die nötige „vertrauensvolle Basis“ sei aber nicht mehr gegeben. Daher hätten „die Interessen Einzelner, auch meine eigenen, hinter dem Wohlergehen des Unternehmens zurückzustehen“.

9 Mio. für Abgang
Versüßt wird Löscher sein Abschied mit zwei Jahresgehältern (in Summe 6,7 Mio. Euro) und 2,2 Mio. fürs Pensionskonto. Zusätzlich hat er seit 2007 bereits 15 Mio. Euro Pensionsanspruch erworben.

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