Slowakei: Erste-Tochter beruft gegen Kartellstrafe

In der Slowakei sind gegen drei Banken, darunter auch die Erste-Tochter Slovenska sporitelna, von der Wettbewerbsbehörde PMU Geldbußen von insgesamt knapp 10,2 Mio. Euro wegen Kartellabsprachen verhängt worden. Sie sollen versucht haben, die tschechische Finanzgesellschaft Akcenta CZ aus dem slowakischen Markt zu verdrängen.

Gegenüber der APA bestätigte ein Erste-Sprecher die Höhe der verhängten Strafe von 3,2 Mio. Euro über die Slovenska sporitelna. "Wir haben sofort gegen die Entscheidung der Wettbewerbsbehörde berufen", erklärte er. Neben der Erste-Group-Tochter wurde auch über die slowakische Tochter der italienischen Intesa, die Vseobecna Uverova Banka (VUB), eine Geldbuße von 3,2 Mio. Euro verhängt. Die höchste Strafe in Höhe von 3,8 Mio. Euro fasste Ceskoslovenska Obchodna Banka (CSOB) aus, eine Tochter der belgischen KBC.

Koordiniertes Vorgehen

Die Banken hatten nach Angaben von Akcenta CZ 2007 koordiniert die Konten des tschechischen Mitbewerbers gekündigt und damit das Unternehmen unter Druck gesetzt, weil man bestimmte Produkte billiger als die Geldinstitute anbot. Unter anderem bieten die Finanzgesellschaften Bankdienstleistungen bzw. Dienstleistungen im Bereich der Devisengeschäfte für Klein- und Mittelunternehmen an. Akcenta zufolge haben alle Banken gegen die Entscheidung berufen.

"Die Manager dieser Banken haben mit diesem unverantwortlichen illegalen Vorgang nicht nur unserer Gesellschaft geschadet, sondern auch Tausenden ihrer Kunden und Aktionäre der eigenen Banken", betonte der Akcenta-Chef Jiri Mach in einer Aussendung. Durch die Kündigung der Konten hätten die drei genannten Banken die Geschäftstätigkeit von Akcenta im Zusammenhang mit bargeldlosen Devisengeschäfte erschwert, so Mach.

Auf einer Pressekonferenz in Brüssel am 29. Juni bezifferte Mach den Schaden für sein Unternehmen auf mehr als 300 Mio. Kronen (11,54 Mio. Euro). Sobald die PMU-Entscheidungen rechtskräftig werden, wollen die Tschechen gerichtlich Schadenersatz einklagen.