Staatsanwalt geht gegen Meinl-"Rebellen" vor

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in der Causa Meinl nun auch gegen die sogenannten Meinl-"Rebellen", denen es gelungen ist, die Vertrauten von Julius V. Meinl aus den entscheidenden Positionen in der Firma Airports International (AI) zu drängen, berichten die "OÖ Nachrichten". Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Gerhard Jarosch, bestätigte laut Bericht die Ermittlungen.

Konkret habe die Staatsanwaltschaft Verfahren gegen den Sprecher der "Rebellen", Alexander Proschofsky, Jeffrey Strong (Hegdefonds QVT) und Klaus Röhrig (Hedgefonds Elliott), sowie gegen die neuen Board-Mitglieder von AI, Wolfgang Vilsmeier, Björn Pirrwitz, Fred Duswald und Hans Peter Dohr eingeleitet.

Sachverhaltsdarstellung der Meinl Bank

Auslöser sei eine Sachverhaltsdarstellung der Meinl Bank, die diese schon Ende April eingebracht habe. Laut "OÖ Nachrichten" wirft darin die Meinl Bank den sieben Angezeigten Untreue, Betrug, Insiderhandel und Nötigung vor. Schon Ende 2007 hätten die beiden Hedgefonds Elliott und QVT begonnen, MAI-Zertifikate billig aufzukaufen. In der Hauptversammlung am 28. Juli 2008 hätten sie dann ihre langjährigen Bekannten in das MAI-Board wählen lassen.

Dafür hätten sie eine Medienkampagne gegen das alte Board gestartet und die Anleger irregeführt. Denn das eigentliche Ziel sei es gewesen, es QVT und Elliott zu ermöglichen, weitere MAI-Zertifikate billig zu kaufen. Kosten für diese Kampagne seien MAI (vormals Meinl Airports International, MAI) verrechnet worden. Auch seien andere Investoren bedroht und genötigt worden.

20 Mio. Euro seien an Berater geflossen um Verfehlungen des alten Boards zu finden. Weiters bestehe der Verdacht des Bilanzbetruges, weil die MAI-Beteiligungen ohne Notwendigkeit abgewertet worden seien. Die aus der Sicht der Meinl Bank unnötigen Prozesse von AI gegen die Meinl Bank würden bereits einen Streitwert von 100 Millionen ausmachen und daher den Verdacht der Untreue wecken. Zudem habe das neue Board den beiden Hedgefonds verbotene Insiderinformationen zukommen lassen. Der Sprecher der "Rebellen", Mick Stempel, wies die Vorwürfe laut Bericht als haltlos zurück.