Streit um Banken-Stresstest entbrannt

Volksbanken durchgefallen

Streit um Banken-Stresstest entbrannt

Die aktuellste Bedrohung der Banken, die mögliche Pleite eines Eurolands, war beim Test kein Thema.

Seit Freitagabend ist es fix: Acht von 90 gecheckten Banken aus der EU haben den Stresstest nicht bestanden. Das sind weniger als erwartet – aber unter den Durchfallern ist ein österreichisches Institut: die Volksbanken AG (ÖVAG). Sie erreichte unter simulierten Schocksituationen (etwa Konjunktureinbruch) eine Kernkapitalquote von 4,5 % – Mindestanforderung waren 5 %.

Die anderen getesteten Austro-Banken – Erste Group, Raiffeisen Bank International, Bank Austria als Teil der italienischen UniCredit – bestanden klar.

Von den gescheiterten Kandidaten, also auch der ÖVAG, verlangt die EU nun eine rasche Aufstockung des Kapitals. Gelingt das nicht, sollen die Regierungen einspringen. Die ÖVAG hat bereits 1 Milliarde Staatskapital erhalten. Das Finanzministerium signalisierte Bereitschaft, notfalls erneut zu helfen.

Allerdings kann ÖVAG-Chef Gerald Wenzel schon Maßnahmen zur Kapitalstärkung vorweisen. Unter anderem wird die Osttochter VBI (mit Ausnahme Rumäniens) an die russische Sberbank verkauft. Dies und weitere geplante Veräußerungen bringen die ÖVAG wieder in den grünen Bereich, wurden aber im Test (Stichtag 30. April) nicht berücksichtigt.

Test von Realität überholt
Indes wurde gestern die Kritik an den Stresstests immer lauter. Sie seien von der Realität überholt worden – denn kein Thema bei den simulierten Krisenszenarios war die aktuellste Bedrohung des Bankensektors: die mögliche Pleite eines Eurolands. Fast alle teilnehmenden Banken hätten sich überdies über die Testkriterien beschwert, gestand die Europäische Bankenaufsicht (EBA) ein.

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