Die Branche baut rund 10 Prozent Mitarbeiter ab

Hilferuf der Transportbranche: Frächter in der Krise

Frächter und Speditionen sind von der Krise massiv betroffen und werden im heurigen Jahr rund 10 Prozent ihrer Angestellten abbauen. Wegen der Rückgänge bei Industrieproduktion und im internationalen Handel sind bereits Tausende Lkw stillgelegt worden, die Zahl der Frächterinsolvenzen hat sich im ersten Halbjahr verdoppelt, schlugen Branchenvertreter Alarm.

Die Belastungen für die Branche hätten ein derartiges Ausmaß angenommen, dass in Schwierigkeiten befindliche Unternehmen kaum noch Möglichkeiten hätten, sich wieder auf gesunde Beine zu stellen, sagten Walter Mönichweger, Obmann des Fachverbands Spedition, und Harald Bollmann, Spartenobmann von Transport und Verkehr. Der einzig positive Aspekt sei, "dass es aktuell aufgehört hat, schlechter zu werden".

Die Lage sei aber nach wie vor dramatisch, sagte Bollmann. Am geringsten seien noch die Rückgänge bei den Gütern des täglichen Bedarfs (z.B. Lebensmittel, Pharmazeutika) - sie liegen bei 6 bis 7 Prozent. Im internationalen Handel hat das Volumen um 20 bis 25 Prozent abgenommen. Noch massiver getroffen sind Dienstleister, die zwischen den Unternehmen einer Zulieferkette hin- und herfahren und die oft besonders stark von einzelnen Unternehmen abhängig sind.

Die Branchenvertreter forderten die sofortige Absenkung der Kfz-Steuer für Lkw auf das von der EU vorgegebene Mindestmaß sowie Förderungen für die Anschaffung schadstoffreduzierter Lkw. Die per Jahresanfang 2010 ökologisierte Lkw-Maut bedeute eine Mauterhöhung für ältere Lkw ab Euro-Klasse 3 um etwa 10 Prozent.

Von den rund 15.000 Angestellten wird die Branche heuer rund 1.500 verlieren, schätzte Bollmann. Mittlerweile haben Unternehmen und AMS eine Arbeitsstiftung mit dem Namen Ausped III für 630 Stiftungsteilnehmer eingerichtet.