Swatch wächst und erwartet für 2023 neue Rekorde

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Swatch wächst und erwartet für 2023 neue Rekorde

Der Schweizer Uhrenkonzern Swatch ist im Jahr 2022 gewachsen und hat auch mehr Geld verdient.

Die weltweite Nachfrage nach Uhren war groß, trotz Krisen wie dem Krieg in der Ukraine, der Coronapandemie in China oder der allgemein wachsenden Konjunktursorgen. 2023 soll zu einem Rekordjahr werden.

Den Umsatz steigerte die Swatch Group im Geschäftsjahr 2022 um 2,5 Prozent auf 7,50 Milliarden Franken (7,5 Mrd. Euro), wie es am Dienstag in einer Mitteilung hieß. Um Währungseinflüsse bereinigt, also zu konstanten Wechselkursen, wuchsen die Verkäufe um 4,6 Prozent. Im ersten Halbjahr allein war das Wachstum noch bei 6,5 Prozent gelegen.

Einen Dämpfer versetzten der Swatch Group, zu der neben den Swatch-Uhren Traditionsmarken wie Omega, Tissot oder Longines zählen, die strengen Coronaregeln in China. Städte und ganze Regionen waren während Wochen in Lockdowns und nach der Öffnung kurz vor dem Jahreswechsel erfasste eine Coronawelle das Land, was auch zu Ausfällen geführt hat.

Insgesamt gingen im Zuge der Coronapandemie in China bei der Swatch Group geschätzt Umsätze von über 700 Mio. Franken verloren, heißt es dazu. Ohne China seien die Verkäufe in den restlichen Regionen in Lokalwährungen um ein Viertel angestiegen.

Gut lief das Geschäft mit zweistelligen Wachstumsraten in Europa, Amerika, dem Mittleren Osten sowie in den meisten asiatischen Märkten. Zweistellig zulegen konnte auch der Absatz in den eigenen Läden. Die Gruppe investiere sehr selektiv in neue Shops wie beispielsweise zuletzt in Amsterdam.

Für einen Verkaufsschub sorgte die "Moonswatch", das ist eine Swatch-Uhr mit elf verschiedenen Modellen im Design der Omega-Kultuhr "Moonwatch". Um sie ist seit Lancierung vor knapp einem Jahr ein Hype entstanden, die Menschen stehen vor den Swatch-Shops noch heute Schlange. Bislang seien über eine Million der "Moonswatch" verkauft worden.

Stark verbessert hat Swatch im letzten Jahr die Ergebnisse: Der Betriebsgewinn (EBIT) kletterte um 13 Prozent auf 1,16 Mrd. Franken und die Marge rückte um 1,4 Punkte auf 15,4 Prozent vor. Der Reingewinn stieg auf 823 Mio. Franken, nach 774 Millionen.

Ein Umdenken hat bei Swatch angesichts der potenziellen Energieknappheit und möglicher Lieferengpässe in den Lagern stattgefunden. Der Konzern hat sich dazu entschieden, die Sicherheitslager wo möglich massiv zu erhöhen. Die Vorräte stiegen um 7,6 Prozent auf 484 Mio. Franken.

Diese Maßnahme werde sich in Anbetracht der in China erwarteten höheren Nachfrage auszahlen, hieß es weiter. Bereits im Jänner seien in Festland-China solide Verkaufszahlen zu sehen gewesen und auch über alle Regionen hinweg lägen die Verkäufe über dem starken Vorjahresmonat.

Nach dem guten Start ins 2023 sieht Konzernchef Nick Hayek die Gruppe weiter auf Erfolgskurs. Es werde für den Konzern ein starkes Umsatzwachstum erwartet, was zu einem Rekordjahr führen könnte, heißt es. In den Jahren 2014 und 2015 wurden Jahresumsätze von 8,5 Mrd. Franken und mehr erzielt.

Angaben zur Dividende wird Swatch unterdessen zu einem späteren Zeitpunkt machen. Der Verwaltungsrat werde an seiner nächsten Sitzung darüber entscheiden, schrieb der Konzern.