Strauss-Kahn: IWF "versucht zu helfen"

IWF-Chef versucht griechische Ängste zu zerstreuen

Der Direktor des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, ist Befürchtungen in Griechenland vor zu harten Auflagen für Hilfen des Fonds entgegengetreten. "Die griechische Öffentlichkeit muss den IWF nicht fürchten", sagte Strauss-Kahn am Samstag in Washington. "Wir versuchen zu helfen." Details zu den laufenden Verhandlungen mit der Regierung in Athen nannte sich der IWF-Chef nicht.

"Jedes Programm muss sich nach den jeweiligen besonderen Umständen des betroffenen Landes richten", sagte Strauss-Kahn. "Und diese Umstände sind genau das, was wir aktuell mit diesem Land (Griechenland) diskutieren."

Zuvor hatte sich Strauss-Kahn mit dem griechischen Finanzminister Giorgos Papakonstantinou getroffen. Die Griechenland-Krise beherrschte das Treffen der Finanzminister der 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte (G-20) und die Frühjahrstagung von IWF und Weltbank.

Das vom finanziellen Zusammenbruch bedrohte Griechenland hatte die EU und den IWF am vergangenen Freitag offiziell um Hilfe gebeten. Die Euro-Länder wollen Athen in diesem Jahr mit bis zu 30 Milliarden Euro unter die Arme greifen. Auf den Fonds könnten zusätzlich bis zu 15 Milliarden Euro zukommen. In Athen verhandeln Experten des IWF, der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Europäischen Kommission über die Bedingungen zur Hilfeleistung. Griechenland muss zum 19. Mai eine Milliarden-Anleihe zurückzahlen und die Summe neu finanzieren.

Strauss-Kahn räumte ein, dass die IWF-Kredite, die normalerweise an strenge Konsolidierungsauflagen an die Empfängerländer geknüpft sind, ein negatives Image haben. Die Menschen in Griechenland müssten den IWF aber "so sehen, wie er heute ist: als eine Organisation, die auf Zusammenarbeit setzt", sagte der frühere französische sozialistische Wirtschafts- und Finanzminister.