Kraftwerk Ebensee ab 2016 am Netz

Wenn alles läuft

Kraftwerk Ebensee ab 2016 am Netz

Die Planung für das Pumpspeicherkraftwerk ist am laufen.

Das geplante Pumpspeicherkraftwerk der Energie AG Oberösterreich (EAG) in Ebensee (Bezirk Gmunden) mit einem Investitionsvolumen von 130 Mio. Euro könnte 2016 ans Netz gehen. "Wenn wirklich alles optimal läuft", verwies Generaldirektor Leo Windtner anlässlich einer Journalistenreise nach Kärnten im Gespräch auf den 10. Juni: Dann wird auf Eigentümerebene über die vom Unternehmen angepeilte Kapitalerhöhung von 200 Mio. Euro entschieden. Die Chance für einen Erfolg liegt laut Windtner bei 50:50.

Auslaufen der Atomkraft
Bis zu "3/11" (am 11. März kam es zum Zwischenfall im japanischen AKW Fukushima, Anm.) sei der Horizont für das Auslaufen der Atomkraft nicht klar definiert gewesen, so der EAG-Chef. Einen Ausstieg Deutschlands aus der Kernkraft bis 2040 hält er mittlerweile nicht für "total absurd". Der Schritt in die Energiezukunft sei nur mehr mit erneuerbaren Trägern möglich, Österreich könne sich hier mit Pumpspeicherkraftwerken profilieren. Windtner sieht aber einen "absoluten Aufholbedarf" im Leitungsnetz. Der Regulator müsse in diese Richtung seine Stimme erheben, da es sich um "sein ureigenstes Metier" handle. "Sonst werden die grünen Batterien Europas verglühen", warnte der Generaldirektor.

Pumpspeicherkraftwerk
An der Verbund-Kraftwerksgruppe Malta in Kärnten besitzt die EAG seit rund 30 Jahren 10 Prozent der Strombezugsrechte. Am derzeit in Bau befindlichen 385-Mio.-Euro-Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II mit 430 Megawatt Leistung, das im September 2014 den Vollbetrieb aufnehmen soll, sind die Oberösterreicher im gleichen Ausmaß beteiligt. Die Abfälle der Großbaustelle mit bis zu 300 Arbeitern werden von der EAG-Tochter AVE entsorgt. Windtner: "Eine besondere Herausforderung im alpinen Raum."

Projekt Ebensee
Für das Projekt Ebensee mit 150 Megawatt Leistung ortet er in der Region eine hohe Akzeptanz und eine zustimmende Haltung aller Landtagsparteien. Nach ersten Bohruntersuchungen soll im Herbst mit der Ausarbeitung der Einreichunterlagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) begonnen werden und die Prüfung dann in den Jahren 2012 und 2013 erfolgen. Der Speichersee Rumitzgraben wird bei einer Fläche von 6,5 Hektar ein geplantes Volumen von rund 1,2 Mio. Kubikmeter haben.

Mit einer Kapitalerhöhung, die Verbund und EVN bereits umgesetzt haben, will Windtner "den Konkurrenznachteil wieder ausgleichen". Wie er zu Jahresbeginn erklärt hatte, sei es gerade jetzt wichtig, Geld in die Hand zu nehmen, da der europäische Strommarkt 2014/15 wieder zu einer Verknappung tendieren werde. Laut EAG wären durch eine entsprechende Anschubfinanzierung 600 Mio. Euro an anstehenden Investitionen binnen 3 bis 5 Jahren möglich, ohne frisches Kapital würde das 7 bis 10 Jahre dauern.