Kreditvergabe in China signalisiert Aufschwung

Eine überraschend kräftig anziehende Kreditvergabe deutet zum Jahresende auf einen zunehmenden Wirtschaftsaufschwung in China. Die Banken der Volksrepublik vergaben im November neue Darlehen im Volumen von 624,6 Mrd. Yuan (rund 75 Mrd. Euro), wie die Zentralbank PBOC am Mittwoch mitteilte.

Experten hatten mit lediglich 590 Mrd. Yuan gerechnet, nachdem die Kreditvergabe im Vormonat nur knapp die 500-Milliarden-Marke überstiegen hatte. Auch die Kapitalaufnahme in der Bevölkerung, die unter dem Begriff "Total Social Financing" zusammengefasst wird, legte rasant zu - und zwar um rund 373 Milliarden auf 1,23 Bill. Yuan. "Die solide Nachfrage nach Krediten zeigt, dass die Wirtschaftserholung auf gutem Weg ist", sagte Ökonom Jiang Chao vom Wertpapierhändler Haitong Securities.

Zuletzt hatte sich zudem der Preisdruck in China abgeschwächt: Die auf drei Prozent gesunkene Jahres-Teuerung dämpfte Spekulationen über eine baldige Straffung der Geldpolitik durch die PBOC. Die chinesische Wirtschaft lief nach einer Schwächephase zuletzt wieder rund: Produktion, Einzelhandelsumsatz und Investitionen wuchsen auch im November zweistellig.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt dürfte in diesem Jahr mit 7,6 bis 7,7 Prozent etwas schneller wachsen als von der Regierung mit 7,5 Prozent vorgegeben.

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