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Lettland plant Beschränkung von Kreditrückzahlungen

Pläne der lettischen Regierung, die Rückzahlungen von Privatkrediten zu beschränken, haben schwedische Banken nervös gemacht.

In Riga sickerte ein Vorschlag von Finanzminister Artis Kampars durch, wonach insbesondere Wohnbaukredite künftig nur noch soweit zurückgezahlt werden sollen, als die Summe durch den Wert der jeweiligen Wohnungen oder Häuser gedeckt sind.

Die schwedischen Großbanken SEB, Swedbank und Nordea sind nach Schätzungen im Baltikum mit Kreditsummen in der Gesamthöhe von annähernd 500 Mrd. Kronen (48,7 Mrd. Euro) exponiert, rund 130 Mrd. davon in Lettland. In dem weder von der Fünfparteien-Koalition von Ministerpräsident Valdis Dombrovskis noch vom Parlament abgesegneten Vorschlag sind laut der Nachrichtenagentur Reuters, die als erste darüber berichtete, auch ein Delogierungsverbot für zahlungsunfähige Kreditkunden sowie weitere Einschränkungen bei der Eintreibung von privaten Kreditschulden vorgesehen.

Die Geldgeber Lettlands, der IWF, die EU und einzelne Staaten, haben unlängst ihren Druck auf Riga erhöht, die geplanten Einsparungen im Budget für 2010 in der versprochenen Höhe einzuhalten und andernfalls erneut mit einer Einstellung der Auszahlung der Darlehen in der Gesamthöhe von 7,5 Mrd. Euro gedroht. Schwedens Finanzminister Anders Borg äußerte sich am Wochenende besonders kritisch gegenüber Lettland.

Das Dilemma Schwedens umriss ein Experte der schwedischen "Handelsbanken" so: "Letztendlich ist das ein gleich großes Problem für die schwedische wie für die lettische Regierung. Die Letten hängen am Kittel von IWF, EU und Schweden. Aber die schwedischen Großbanken hängen am Kittel von Lettland", so der Analytiker Gunnar Tersman zur schwedischen Nachrichtenagentur TT.