Estnische Zeitungen protestieren mit leeren Seiten

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Aus Protest dagegen, dass die Regierung mittels strafrechtlicher Bestimmungen Journalisten dazu zwingen will, die Namen von Informanten preiszugeben, haben die führenden Printmedien in Estland jeweils eine leere Seite veröffentlicht. Die Tageszeitung "Postimees", die Wirtschaftszeitung "Äripäev" sowie das Boulevardblatt "Ohtuleht" erschienen mit einer leeren Titelseite.

Die Tageszeitung "Eesti Päevaleht" sowie die beiden Wochenmagazine "Eesti Ekspress" und "Maaleht" hielten anderswo im Blatt eine Seite frei. Die Aktion richtet sich gegen eine als "Pressequellenschutzgesetz" bezeichnete Gesetzesvorlage von Justizminister Rein Lang.

Die estnische Journalistenvereinigung und der Verband der Zeitungsherausgeber haben den Vorschlag heftig kritisiert. Ihrer Meinung nach würde durch das Gesetz investigativer Journalismus in Estland effektiv unmöglich gemacht.

Minister Lang hat seinen Vorschlag dagegen als notwendige Schließung einer gesetzlichen Lücke verteidigt. Es gibt in Estland bereits eine entsprechende Bestimmung für TV-Journalisten. Fernsehsender müssen auf Anordnung des Gerichts bereits jetzt ihre Informationsquellen enthüllen.

Über das Gesetz soll am 7. April im Parlament (Riigikogu) in Tallinn abgestimmt werden. Estland galt bisher im ehemaligen Osteuropa als eines jener Länder mit der größten Pressefreiheit.

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